Europa steht möglicherweise erneut vor einer Energiekrise. Durch die Eskalation des Konflikts im Nahen Osten sind die europäischen Gaspreise diese Woche stark gestiegen, während die Gasreserven historisch niedrig sind.

Vier Jahre nach der Energiekrise, die auf die russische Invasion in der Ukraine folgte, scheint der Kontinent erneut anfällig für Störungen auf dem globalen Energiemarkt zu sein.

Gaspreise steigen rasant

Der europäische Gaspreis ist seit letztem Freitag um etwa 53 Prozent gestiegen. Dies geschah, nachdem der Krieg im Nahen Osten die weltweiten Gasströme beeinträchtigte.

Zwei Entwicklungen spielen dabei eine wichtige Rolle:

  • Die Schifffahrt durch die Straße von Hormus, eine entscheidende Energieroute, liegt weitgehend still.
  • Iranische Angriffe auf Katar haben die Produktion von Flüssigerdgas (LNG) bei einem wichtigen Exporteur vorübergehend gestoppt.

Dadurch hat sich der Wettbewerb um verfügbare LNG-Ladungen weltweit stark intensiviert.

LNG-Tanker ändert überraschend Kurs

Die zunehmenden Spannungen wurden diese Woche besonders deutlich, als ein LNG-Tanker mit Ziel Frankreich plötzlich seinen Kurs änderte und Richtung Asien fuhr.

Das Schiff, die BW Brussels, transportierte LNG aus Nigeria, entschied sich jedoch unterwegs nach Europa umzukehren und über das Kap der Guten Hoffnung nach Asien zu fahren. Dies deutet darauf hin, dass asiatische Länder derzeit bereit sind, höhere Preise für Gas zu zahlen.

Für Europa bedeutet dies, dass der Wettbewerb um Energieimporte weiter zunehmen könnte.

Europäische Gasreserven historisch niedrig

Die Lage wird durch die niedrigen Gasreserven in Europa zusätzlich verschärft.

Laut Angaben von Gas Infrastructure Europe sind die Speicheranlagen in der EU derzeit weniger als 30 Prozent gefüllt. Normalerweise liegt der Durchschnitt um diese Jahreszeit bei etwa 45 Prozent.

Europäische Gasreserven nur zu 30 Prozent gefüllt. Quelle: FT

Vor allem Länder wie die Niederlande, Schweden, Kroatien und Lettland verfügen über relativ geringe Reserven. Das Problem dabei ist, dass die europäischen Gasspeicher gerade jetzt für den nächsten Winter aufgefüllt werden müssen. Wenn dies zu den aktuell hohen Preisen geschieht, könnte das eine erhebliche wirtschaftliche Belastung darstellen.

Wirtschaftliche Folgen drohen

Höhere Energiepreise können direkte Auswirkungen auf die europäische Wirtschaft haben. Energie ist schließlich ein bedeutender Kostenfaktor für Industrie und Haushalte.

Laut Ökonomen könnte ein langanhaltender Krieg im Nahen Osten führen zu:

  • höherer Inflation
  • geringerem Wirtschaftswachstum
  • zusätzlichem Druck auf energieintensive Industrien

Besonders Länder wie Deutschland und Italien sind gefährdet, da sie stark von LNG-Importen abhängig sind.

Mögliche Lösungen für Europa

Seit 2022 hat Europa seine Energieversorgung bereits teilweise umgestellt. Der Kontinent importiert nun mehr LNG aus den Vereinigten Staaten und bezieht größere Gasvolumen aus Norwegen.

Seit 2022 ist Europa weniger abhängig von russischem Gas. Quelle: FT

Trotzdem denken Entscheidungsträger über zusätzliche Maßnahmen nach, falls sich die Lage verschlechtert. Mögliche Optionen sind:

  • temporäres Umschalten von Gas auf Kohlekraftwerke, wie es Deutschland zuvor getan hat
  • verstärkter Einsatz von Kernenergie, vor allem in Frankreich
  • Aufschub bestimmter Klimamaßnahmen, die die Energiepreise erhöhen

Einige Analysten spekulieren sogar über eine vorübergehende Wiederaufnahme russischer LNG-Importe, was jedoch politisch als sehr unwahrscheinlich gilt.

Energiesicherheit erneut im Fokus

Die aktuelle Situation zeigt erneut, wie anfällig Europa für geopolitische Schocks auf dem Energiemarkt bleibt.

Viele Entscheidungsträger betonen vor allem die Bedeutung einer strukturellen Lösung: weniger Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen und ein größerer Fokus auf Stromnetze, erneuerbare Energien und Kernkraft.

Die kommenden Monate werden zeigen, ob Europa erneut eine Energiekrise durchstehen muss oder ob sich der Markt stabilisiert, bevor der nächste Winter naht.

Schon deine 15 XRP als Willkomensbonus beansprucht?

Bitvavo in Zusammenarbeit mit Newsbit bietet dir aktuell 15 XRP als Geschenk. Die Aktion ist nur für kurze Zeit gültig.

Eröffne ein Konto und zahle mindestens 30€ ein, um den Bonus zu erhalten.

👉 Konto eröffnen und 15 XRP gratis erhalten

Über 1,5 Millionen Nutzer vertrauen bereits auf Bitvavo.

15 XRP sichern Sie werden weitergeleitet zu
Krypto-Aktien steigen nach pro-Krypto-Signalen aus Washington

Krypto-Aktien steigen nach pro-Krypto-Signalen aus Washington

Krypto-Aktien steigen nach pro-Krypto-Signalen aus Washington
China stoppt Export von Diesel und Benzin wegen Krieg im Nahen Osten
Koreanischer Kospi-Index steigt um 12 % an, einen Tag nach größtem Einbruch seit 2008
Mehr Börse news

Meist gelesen

XRP-Kurs laut KI in Unglaubensphase: Was bedeutet das für den Preis?
DeepSeek AI prognostiziert XRP-Kurs für Ende 2026
„Perfekter Moment für XRP ist gekommen“, sagt Evernorth-CEO
Newsbit
Im Store anzeigen
Siehe