Die Europäische Union droht die Genehmigung eines wichtigen Handelsabkommens mit den USA vorübergehend auszusetzen. In Brüssel wachsen die Zweifel an der Politik von Präsident Donald Trump. Das Europäische Parlament möchte erst genau wissen, worauf die amerikanische Handelspolitik nun hinausläuft.
Laut dem Vorsitzenden des Handelsausschusses herrscht in Washington „reines Zollchaos“. Neue und ständig wechselnde Importzölle sorgen für Verwirrung. Das belastet die Beziehungen zwischen Brüssel und dem Weißen Haus erneut.
Bernd Lange, Vorsitzender des Handelsausschusses des Europäischen Parlaments, möchte daher die Ratifizierung des sogenannten Turnberry-Abkommens aussetzen. In einer Dringlichkeitssitzung legt er diesen Vorschlag vor. Seiner Ansicht nach kann das Parlament erst dann weiterverfahren, wenn eine gründliche rechtliche Analyse vorliegt und die USA klare und verbindliche Zusagen machen.
Neue Trump-Zölle verunsichern Brüssel
Die Spannungen steigen, nachdem das US-Höchstgericht Trumps Nutzung eines Notstandsgesetzes für weltweite reziproke Zölle untersagt hat. Kurz nach diesem Urteil präsentierte der Präsident einen neuen Plan.
Trump will nun Section 122 des Trade Act von 1974 nutzen. Damit kann er bis zu 150 Tage ohne Zustimmung des Kongresses Importzölle erheben. Zunächst sprach er von einem weltweiten Zollsatz von zehn Prozent. Einen Tag später erhöhte er diesen auf fünfzehn Prozent.
Für die Europäische Union wirft das Fragen auf. Das Turnberry-Abkommen, das vergangenen Sommer zwischen Trump und Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen geschlossen wurde, sieht vor, dass die meisten europäischen Exporte in die USA mit einem Satz von fünfzehn Prozent belastet werden. Im Gegenzug sollten amerikanische Waren weitgehend zollfrei in den europäischen Markt gelangen. Für europäisches Stahl und Aluminium bleibt ein Importzoll von fünfzig Prozent bestehen.
Lange fragt sich, ob die neuen amerikanischen Pläne gegen die getroffenen Vereinbarungen verstoßen. Er betont, dass zuerst rechtliche Klarheit notwendig ist, bevor das Parlament weitere Schritte unternimmt.
Angst vor Eskalation und Handelskrieg
Die EU schloss das Abkommen damals, um einen umfassenden Handelskrieg zu vermeiden und die wirtschaftlichen Beziehungen zu den USA zu stabilisieren. Auch die geopolitische Lage spielte eine Rolle, insbesondere der Krieg in der Ukraine und die Abhängigkeit von amerikanischen Sicherheitsgarantien.
Das Europäische Parlament wollte das Abkommen im Frühjahr formell genehmigen. Dieser Prozess wurde bereits unterbrochen, nachdem Trump damit drohte, Grönland zu annektieren. Nun sorgt die Unsicherheit um seine Zollpolitik erneut für Verzögerungen.
Die ständigen Änderungen in der amerikanischen Handelspolitik führen zu wachsender Unsicherheit bei Unternehmen und Investoren. Solange Washington keine Klarheit schafft, bleibt auch in Brüssel die Skepsis über die Zukunft der Handelsbeziehungen zwischen den beiden Wirtschaftsmächten bestehen.
Anleger verlieren 4,7 Milliarden Dollar mit Trumps Kryptoprojekten
Kryptoprojekte rund um Donald Trump haben Anleger laut Public Citizen Milliarden gekostet, während Trump selbst Hunderte Millionen Dollar verdiente.
Britische Regierung fordert mehr Krypto-Spielraum von der Zentralbank
Die britische Regierung will, dass die Zentralbank Innovationen bei Stablecoins, digitalen Währungen und neuen Zahlungstechnologien mehr Raum gibt.
Neue Kryptoregeln: Fiskus bekommt mehr Einblick, doch vieles bleibt außen vor
Neue Kryptoregeln verschaffen den Finanzbehörden mehr Einblick. Vor allem eigene Wallets und DeFi bleiben jedoch schwer automatisiert zu kontrollieren.
Meist gelesen
Google Gemini prognostiziert XRP-Kurs für den 1. September 2026
Google Gemini geht davon aus, dass XRP bis zum 1. September weiter zulegen könnte, warnt aber auch vor einer möglichen Korrektur auf 1,20 Dollar.
Elon Musks Grok nennt XRP-Kursziel für den 1. September
Grok erwartet für den 1. September einen XRP-Kurs von 1,65 Dollar, im besten Fall 2 Dollar. Zunächst muss die Zone um 1,55 Dollar halten.
Ethereum, XRP und Solana fallen nach Höchstständen seit Januar – morgen wird entscheidend
Der Kryptomarkt hat in dieser Woche kräftig zugelegt, nun legen die Kurse eine Verschnaufpause ein. Der morgige Tag wird entscheidend.
