Die Wahrscheinlichkeit, dass Ethereum im Jahr 2026 einen neuen Rekordkurs erreicht, ist laut dem Krypto-Analysten Ben Cowen gering. Selbst wenn der Ethereum-Kurs erneut in die Nähe seines Allzeithochs kommt, könnte dies ihm zufolge eher ein vorübergehendes Phänomen sein als der Beginn eines neuen, langfristigen Aufwärtstrends.
Ethereum ist von Bitcoin abhängig
Cowen äußerte sich diese Woche im beliebten Podcast Bankless, wo er die derzeitigen Marktbedingungen für Kryptowährungen als fragil und unsicher bezeichnete. Dabei betont er die enge Verbindung der Kursprognosen für Ethereum mit denen von Bitcoin, der größten Kryptowährung auf dem Markt.
Laut Cowen ist es schwierig für Ethereum, eigenständig neue Rekorde zu brechen, wenn sich Bitcoin in einer schwachen Phase befindet. „Wenn Bitcoin tatsächlich in einem Bärenmarkt steckt, und so fühlt es sich momentan an, wird es für Ethereum sehr schwer, neue Höchststände zu erreichen,“ sagte er.
Diese Analyse stimmt mit weiteren Bedenken unter Marktbeobachtern überein. Der Preis von Bitcoin steht seit längerer Zeit unter Druck, und einige Analysten schließen nicht aus, dass der Kurs bis 2026 weiter fallen könnte. Anfang dieses Monats warnte der erfahrene Händler Peter Brandt sogar vor einem möglichen Rückgang auf 60.000 Dollar.
Risiko einer „Bull Trap“
Trotzdem schließt Cowen nicht vollständig aus, dass Ethereum im Jahr 2026 vorübergehend sein altes Rekordniveau von 4.878 Dollar erreichen könnte. Dieses Niveau wurde zuletzt im August dieses Jahres erreicht. Eine Rückkehr zu diesem Punkt würde vom aktuellen Kurs ausgehend einen Anstieg von über 40 Prozent bedeuten.
Doch gerade darin sieht er die Gefahr. „Wenn Ethereum dieses alte Rekordniveau zurückerobert, könnte das eine Bull Trap sein,“ warnt Cowen. Eine Bull Trap ist eine Situation, in der Anleger glauben, dass ein neuer Aufwärtstrend beginnt, während der Kurs danach schnell wieder einbricht. In diesem Szenario könnte Ethereum nach einem kurzen Hoch auf etwa 2.000 Dollar zurückfallen.
Begrenzter Spielraum für Altcoins
Cowen sieht Ethereum als eine Ausnahme innerhalb des breiteren Altcoin-Marktes. Seiner Meinung nach haben viele andere Projekte die beste Phase dieses Zyklus bereits hinter sich.
„Ethereum ist eigentlich der einzige Altcoin, für den ich dieses Szenario noch ernsthaft in Betracht ziehe,“ sagte er. „Für viele andere Altcoins ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass sie in diesem Zyklus keine neuen Rekorde mehr aufstellen, insbesondere wenn das bisher noch nicht geschehen ist.“
Dieser düstere Ton wird von einigen großen Investmenthäusern geteilt. Fundstrat Global Advisors warnte kürzlich seine Kunden vor einer möglichen „bedeutenden Korrektur“ im Jahr 2026, bei der der Ethereum-Kurs auf eine Spanne zwischen 1.800 und 2.000 Dollar zurückfallen könnte.
Nicht alle sind pessimistisch
Es gibt jedoch auch Gegenstimmen. Andere Analysten weisen darauf hin, dass Ethereum fundamental stärker geworden ist, mit Verbesserungen im Netzwerk und der zunehmenden Nutzung von dezentralen Finanzanwendungen (dApps). Ihrer Meinung nach ist eine Erholung auf frühere Rekordniveaus auf kurze bis mittlere Sicht nicht ausgeschlossen.
Vorerst scheint der Markt jedoch gespalten zu sein. Während Optimisten auf einen neuen Impuls im Jahr 2026 hoffen, weisen Skeptiker wie Cowen auf die enge Verflechtung mit Bitcoin und die anfälligen makroökonomischen Bedingungen hin.
Die kommenden Monate werden zeigen, ob Ethereum genügend Kraft hat, sich vom breiteren Marktsentiment zu lösen, oder ob etwaige Kursanstiege tatsächlich nur von kurzer Dauer sind.
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