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In der Kryptowelt geht es längst nicht mehr nur um den Kurs. Im Hintergrund arbeiten die größten Blockchain-Netzwerke an tiefgreifenden Upgrades, die die Technologie schneller, günstiger und verlässlicher machen sollen. Ethereum, Solana, Base und Avalanche bereiten in diesem Jahr wichtige Neuerungen vor, während Bitcoin an seinem vorsichtigen Entwicklungstempo festhält.
Nach Einschätzung von Tim Sun, Senior Researcher beim Vermögensverwalter HashKey Group, verschiebt sich der Fokus zunehmend von neuen Funktionen hin zu einer stabilen Infrastruktur, auf der Banken, Unternehmen und andere große Institutionen aufbauen können.
Ethereum (ETH) arbeitet an Glamsterdam, einem Upgrade, das viele Entwickler als das wichtigste seit The Merge im Jahr 2022 betrachten. Die Einführung ist für die zweite Jahreshälfte 2026 geplant.
Das Upgrade soll Ethereum in die Lage versetzen, mehr Transaktionen parallel zu verarbeiten, große Datenmengen effizienter zu nutzen und Anwendungen wie Stablecoins sowie die Tokenisierung finanzieller Vermögenswerte besser zu unterstützen.
Ein zentraler Bestandteil ist die Einführung der enshrined Proposer-Builder Separation (ePBS). Sie soll verhindern, dass eine kleine Gruppe von Akteuren zu großen Einfluss auf die Reihenfolge der Transaktionsverarbeitung erhält. Damit will Ethereum das Netzwerk fairer machen und weniger anfällig für Zensur oder Machtkonzentration.
Experten erwarten nicht, dass damit alle Probleme sofort gelöst sind. Sie sehen das Upgrade aber als wichtigen Fortschritt.
Auch Solana (SOL) steht vor einer umfassenden technischen Erneuerung. Mit dem Alpenglow-Upgrade wird der Konsensmechanismus vollständig überarbeitet.
Dadurch soll die Zeit bis zur endgültigen Finalisierung einer Transaktion unter idealen Bedingungen von rund zwölf Sekunden auf nur noch 100 bis 150 Millisekunden sinken.
Zudem entfallen die bisherigen Abstimmungstransaktionen auf der Blockchain selbst. Das macht das Netzwerk effizienter und schafft mehr Kapazität für normale Nutzer.
Marktbeobachtern zufolge macht gerade diese Kombination aus Geschwindigkeit und Effizienz Solana für Banken, Vermögensverwalter und andere institutionelle Akteure attraktiver.
Das von Coinbase unterstützte Layer-2-Netzwerk Base hat das Beryl-Upgrade bereits umgesetzt. Während der Einführung stand die Blockproduktion wegen einer technischen Störung rund zwei Stunden still. Nach Angaben von Mitgründer Jesse Pollak verloren Nutzer dabei jedoch keine Guthaben.
Das Upgrade führt unter anderem den neuen B20-Tokenstandard ein, verkürzt die Auszahlungsfrist von sieben auf fünf Tage und integriert Reth V2. Dadurch benötigen Nodes weniger Speicherplatz, und das Netzwerk arbeitet effizienter.
Base verfolgt zudem immer deutlicher eine eigene Entwicklungsagenda. Das dürfte künftige Upgrades beschleunigen, birgt aber auch das Risiko, dass sich Liquidität weiter über verschiedene Ökosysteme verteilt.
Avalanche (AVAX) richtet sich zunehmend auf institutionelle Nutzer aus.
Nach dem früheren Etna-Upgrade sind die Kosten für den Aufbau einer eigenen Blockchain innerhalb des Avalanche-Ökosystems laut HashKey um mehr als 99 Prozent gesunken.
Immer mehr große Akteure nutzen diese Möglichkeit. So hat die japanische Plattform Progmat inzwischen tokenisierte Vermögenswerte im Wert von mehr als 2 Milliarden Dollar auf Avalanche eingebracht. Auch Franklin Templeton, VanEck und WisdomTree arbeiten an Projekten innerhalb des Netzwerks.
Darüber hinaus entwickelt Avalanche Streaming Asynchronous Execution. Die Technik soll dafür sorgen, dass Transaktionen schneller verarbeitet werden, ohne dass die Kosten in Phasen hoher Auslastung steigen.
Während andere Netzwerke intensiv an Neuerungen arbeiten, hält Bitcoin (BTC) an seinem konservativen Ansatz fest.
Seit Taproot hat das Netzwerk kein größeres Protokoll-Upgrade mehr erhalten. In der Entwicklergemeinschaft wird zwar über Vorschläge wie OP_CAT und CheckTemplateVerify (CTV) diskutiert, die Bitcoin mehr Programmiermöglichkeiten geben sollen. Bislang fehlt dafür jedoch ausreichende Unterstützung.
Zudem wird an Lösungen gearbeitet, die Bitcoin langfristig vor der möglichen Entstehung leistungsfähiger Quantencomputer schützen sollen. Experten halten es für unwahrscheinlich, dass solche Änderungen noch vor Ende 2026 eingeführt werden.
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