Seit Kurzem gilt Rick Rieder, Topmanager beim weltweit größten Vermögensverwalter BlackRock, als aussichtsreicher Kandidat, um Jerome Powell als Vorsitzender der US-Notenbank abzulösen. Bitcoin-Anhänger hoffen, dass Donald Trump ihn wählt, da er sich positiv über die digitale Währung geäußert hat.
Bitcoin als digitales Gold
Rieder, Leiter der Anleiheninvestitionen bei BlackRock, ist seit Langem als Krypto-Befürworter bekannt. In einem Interview mit CNBC sagte er bereits 2020, dass Bitcoin (BTC) Gold als Wertaufbewahrungsmittel ersetzen könne.
„Bitcoin wird Gold ablösen, weil es viel funktionaler ist als die Übergabe eines Goldbarrens“, sagte er damals.
Seiner Meinung nach bietet Bitcoin denselben Schutz vor Geldentwertung, allerdings in einer digitalen und weltweit handelbaren Form. Genau wie Gold ist Bitcoin knapp, da es eine maximale Anzahl von 21 Millionen Coins gibt. Beide Assets können zudem nicht einfach nachgedruckt werden.
Auch jüngst zeigte sich Rieder optimistisch. In einem Interview im September nannte er Bitcoin und Gold „Dinge, die ein wenig Stabilität ins Portfolio bringen“.
Vor zwei Wochen tauchte Rieder aus dem Nichts in der Liste der Kandidaten auf, als bekannt wurde, dass Präsident Trump ihn interviewen würde. Letzte Woche zählte er zu den Favoriten, nachdem Trump ihn in einem Interview als „sehr beeindruckend“ bezeichnet hatte.
Auf Polymarkt, einem auf Blockchain basierenden Prognosemarkt, steht Rieder mittlerweile an der Spitze. Die Wahrscheinlichkeit, dass Trump ihn nominiert, wird nun auf fast 50 Prozent geschätzt.
Rieder fordert niedrigere Zinsen
Der Vorsitzende der Federal Reserve (der US-Notenbank) leitet das Federal Open Market Committee (FOMC), das Gremium, das die Leitzinsen festlegt. Die Stimme des Vorsitzenden hat das gleiche Gewicht wie die der anderen Mitglieder, doch folgt das Komitee in der Praxis meist seiner Linie.
Die Aussagen des Vorsitzenden haben zudem großes Gewicht bei Investoren. Der Ton einer Pressekonferenz kann die Finanzmärkte stark beeinflussen.
Er ist der Ansicht, dass die Zinsen derzeit zu hoch sind, was die Wirtschaft unnötig bremst. Er plädiert für schnelle Zinssenkungen in Richtung 3 Prozent, ein Niveau, das seiner Meinung nach besser zu einem gesunden Wachstum passt, ohne direkt neue Inflation zu entfachen.
Niedrigere Zinsen sind positiv für Bitcoin und andere Kryptowährungen, da sie Kapital in Bewegung setzen und die Risikobereitschaft erhöhen.
Keine direkte Kontrolle über Kryptoregeln
Der Vorsitzende hat keine direkte Macht über die Kryptoregeln. Die Aufsicht über Banken und Finanzinstitute liegt bei separaten Aufsichtsbehörden innerhalb und außerhalb der Fed, wie dem Vizevorsitzenden für Aufsicht, der Securities and Exchange Commission (SEC) und der Commodity Futures Trading Commission (CFTC).
Seine Meinung zu Bitcoin und Krypto scheint also vor allem symbolischen Wert zu haben. Der Vorsitzende ist jedoch eine der einflussreichsten Stimmen zur Lage der US-Wirtschaft.
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