Stablecoin-Gigant Tether versuchte letzte Woche, Juventus vollständig zu übernehmen, ein Schritt, der dem Unternehmen eine stärkere Position im europäischen Sport verschaffen könnte. Die sofortige Ablehnung durch Exor zeigt jedoch, dass das Eigentum an dem Verein unangreifbar bleibt.
Exor-CEO: „Unsere Werte sind nicht käuflich“
Exor, die Holding der Familie Agnelli und seit über einem Jahrhundert Eigentümer von Juventus, gab am Samstag bekannt, dass der Vorstand ein „unaufgefordertes Angebot von Tether“ einstimmig abgelehnt hat. Das Unternehmen erklärte, dass es „keinerlei Absicht hat, Anteile an Juventus zu verkaufen, an niemanden und auch nicht an Tether“.
Am Tag zuvor hatte Tether bestätigt, ein verbindliches Angebot für die vollständige Übernahme des Clubs abgegeben zu haben. Laut Reuters bot das Unternehmen 2,66 Euro pro Aktie, womit Juventus auf über 1 Milliarde Euro bewertet worden wäre. Der Marktwert des Vereins lag am Freitag noch leicht über 944 Millionen Euro.
In einer Videoerklärung auf der Webseite von Juventus machte Exor-CEO John Elkann deutlich, warum das Angebot nie eine Chance hatte. „Juventus, unsere Geschichte und unsere Werte sind nicht käuflich“, sagte er. Er betonte, dass der Club seit 102 Jahren eng mit der Familie verbunden ist.
Tether erhält Fuß in der Tür
Tethers Interesse kam jedoch nicht überraschend. Das Unternehmen, bekannt für die Stablecoin USDT, erwarb bereits Anfang des Jahres einen Anteil an Juventus und erhöhte diesen im April auf über zehn Prozent.
Auch platzierte Tether einen eigenen Kandidaten für einen Sitz im Vorstand. Dieser Schritt war teilweise erfolgreich: Francesco Garino wurde letzten Monat aufgenommen, jedoch wurde ein zweiter Kandidat nicht gewählt.
Tether erklärte bei Bekanntgabe des Angebots, bereit zu sein, 1 Milliarde Euro in die zukünftige Entwicklung von Juventus zu investieren. CEO Paolo Ardoino sagte, dass das Unternehmen „in starker finanzieller Gesundheit“ sei und dem Club langfristige Stabilität bieten könne.
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