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Laut Robin Brooks, ehemaliger Leiter der Währungsstrategie bei Goldman Sachs, hat Gold in den letzten Monaten eine bemerkenswerte Verhaltensänderung gezeigt. Das Edelmetall galt lange als sicherer Hafen für Anleger in Krisenzeiten, scheint diese Rolle aktuell jedoch nicht mehr zu erfüllen.

In einer neuen Analyse stellt Brooks fest, dass sich Gold heutzutage zunehmend wie eine risikoreiche Anlage verhält. Wenn Aktien fallen, fällt Gold mit. Und wenn Aktien steigen, profitiert auch Gold. Laut ihm ist das nicht das Verhalten eines klassischen sicheren Hafens.

Gold fällt stärker als der Aktienmarkt

Brooks weist darauf hin, dass der Goldpreis während der letzten sechs Wochen geopolitischer Spannungen etwa zehn Prozent an Wert verloren hat. Der S&P 500 verlor im selben Zeitraum weniger als ein Prozent.

Dies stellt laut ihm ein Problem für Anleger dar, die Gold als Absicherung gegen Unruhen an den Finanzmärkten nutzen.

„Du bist keine gute Absicherung, wenn du bei einem negativen Schock stärker fällst als der Aktienmarkt“, schreibt Brooks. „Dann verhältst du dich eher wie eine Anlage, die Verluste verstärkt.“

Dem ehemaligen Goldman Sachs-Stratege zufolge scheint sich Gold derzeit eher wie ein sogenannter ‚High-Beta-Asset‘ zu verhalten. Das sind Anlagen, die stärker schwanken als der breitere Markt.

Die gewaltige Goldrally hat neue Anleger angezogen

Brooks sieht die Ursache vor allem in dem spektakulären Anstieg von Gold im vergangenen Jahr. Dieser wurde seiner Meinung nach durch geopolitische Spannungen und eine lockere Geldpolitik der US-Notenbank angeheizt.

Ein entscheidender Wendepunkt war laut ihm die Rede von Fed-Vorsitzendem Jerome Powell während des Jackson Hole Symposiums im August 2025. Dort wurde deutlich, dass die Notenbank bereit war, die Zinsen zu senken, obwohl die Inflation noch relativ hoch war.

Das befeuerte den sogenannten ‚Debasement Trade‘: die Annahme, dass Währungen aufgrund lockerer Geldpolitik und steigender Staatsverschuldung langfristig an Wert verlieren. Davon profitierte Gold erheblich.

Grafiek van Robin Brooks die de ontwikkeling van de goudprijs tussen oktober 2024 en april 2026 toont. De goudprijs stijgt van ongeveer 2.600 dollar naar ruim 5.000 dollar per troy ounce, met belangrijke marktmomenten gemarkeerd zoals Liberation Day en toespraken van Fed-voorzitter Jerome Powell.
Der Goldpreis stieg innerhalb eines Jahres um fast 100 Prozent (Quelle: Robin Brooks)

Auf dem Höhepunkt im Januar 2026 lag der Goldpreis fast hundert Prozent höher als ein Jahr zuvor.

Laut Brooks zog diese Rally allerdings auch viele neue Anleger an, die weniger von Gold als langfristiger Absicherung überzeugt sind. Sobald die Märkte unruhig wurden, verkauften sie ihre Positionen.

Sicherer Hafen nicht verschwunden, aber vorübergehend beschädigt

Brooks glaubt nicht, dass Gold seinen Status als sicherer Hafen endgültig verloren hat. Seiner Meinung nach ist diese Rolle derzeit vor allem durch den großen Zustrom spekulativer Anleger während der jüngsten Rally „verunreinigt“.

Seine Analyse zeigt, dass die Korrelation zwischen Gold und Aktien in den letzten Monaten stark gestiegen ist. Das bedeutet, dass Gold zunehmend in die gleiche Richtung wie andere risikoreiche Aktiva geht.

Dennoch erwartet er, dass dies letztendlich ein vorübergehendes Phänomen ist. Wenn die spekulativeren Anleger den Markt verlassen, könnte Gold laut Brooks wieder zu seiner traditionellen Rolle als Absicherung gegen wirtschaftliche und finanzielle Unsicherheiten zurückkehren.

Vorläufig ist seine Schlussfolgerung jedoch klar: Gold verhält sich derzeit nicht mehr wie der sichere Hafen, auf den Anleger jahrelang vertrauen konnten.

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