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Der spektakuläre Börsengang von CXMT hat nicht nur Anleger reicher gemacht. Auch die Lokalregierung in Hefei sitzt plötzlich auf enormen Buchgewinnen.
Nach Angaben der Financial Times halten Fonds, die mit der Stadtverwaltung von Hefei verbunden sind, eine Beteiligung an dem chinesischen Speicherchiphersteller, die fast eine Billion Yuan wert ist – umgerechnet rund 148 Milliarden Dollar.

Dahinter steht eine frühe Wette auf CXMT, dessen Aktie beim Börsendebüt in Shanghai um mehrere Hundert Prozent zulegte.
Für China ist das mehr als eine erfolgreiche Börsengeschichte. Der Fall zeigt, wie lokale Regierungen zunehmend wie Venture-Capital-Fonds auftreten, um strategische Industrien aufzubauen.
CXMT gehört zu Chinas wichtigsten Anbietern von DRAM-Speicherchips. Diese Chips sind zentral für Smartphones, Server, Rechenzentren und KI-Infrastruktur.
Der Zeitpunkt des Börsengangs hätte kaum günstiger sein können. Durch den weltweiten KI-Boom ist die Nachfrage nach Speicherchips stark gestiegen. Zugleich will China unabhängiger von ausländischen Chipherstellern wie Samsung, SK Hynix und Micron werden.
Die beiden größten Anteilseigner von CXMT sind Fonds, die mit der Stadt Hefei verbunden sind. Zusammen halten sie rund 30 Prozent an dem Unternehmen.
Zwei Hefei-Fonds stiegen 2023 zu etwa 1 Yuan je Aktie ein. Nach dem Börsengang werden diese Positionen laut Financial Times auf 639 Milliarden Yuan beziehungsweise 345 Milliarden Yuan beziffert.
Das entspricht Gewinnen von etwa dem 50-Fachen des ursprünglichen Einsatzes in nur drei Jahren.
Hefei gilt inzwischen als bekanntes Beispiel für dieses Modell. Die Stadt investierte bereits früh in den Displayhersteller BOE und spielte 2020 eine wichtige Rolle bei der Rettung des Elektroautobauers Nio.

Nun zeigt sich ein ähnliches Muster bei CXMT. Lokale Regierungen nutzen staatliches Kapital, um früh bei Unternehmen mit strategischer Bedeutung einzusteigen. Damit übernehmen sie Risiken, die klassische Banken nur schwer tragen können.
Das ist entscheidend, weil Chipunternehmen enorme Investitionen, lange Zeithorizonte und viel Geduld erfordern. Fabriken, Forschung, Produktionskapazitäten und technologische Aufholprozesse brauchen Jahre, bis sie Rendite abwerfen.
Der Börsengang von CXMT fügt sich in eine breitere chinesische Strategie ein. Peking will unabhängiger von ausländischer Technologie werden und fördert deshalb nationale Champions in den Bereichen Chips, Elektroautos, Batterien, KI und Hochtechnologie.
Auch der nationale Chipfonds, der sogenannte Big Fund, ist an CXMT beteiligt. Zudem profitieren chinesische Banken und andere staatsnahe Investoren vom Kurssprung.
Damit wird deutlich, wie breit das chinesische System rund um strategische Technologieunternehmen aufgestellt ist.
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