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Die Dubai Financial Services Authority (DFSA) hat ihre Richtlinien für Kryptotokens angepasst. Die Aufsichtsbehörde verlagert die Verantwortung für die Bewertung von Kryptotokens von sich selbst auf die Unternehmen, die im Dubai International Financial Centre (DIFC) tätig sind. Damit setzt Dubai auf einen flexibleren Ansatz bei der Überwachung digitaler Vermögenswerte innerhalb seiner internationalen Finanzfreihandelszone.
Die neuen Vorschriften sind diese Woche in Kraft getreten und gelten ausschließlich für Parteien, die der DFSA im DIFC unterstehen.
Im Rahmen des angepassten Regelwerks müssen Finanzdienstleister selbst entscheiden, ob die von ihnen genutzten Kryptotokens den Anforderungen der DFSA entsprechen. Die Aufsichtsbehörde wird keine offizielle Liste genehmigter Kryptotokens mehr führen und veröffentlichen.
Das bedeutet, dass Unternehmen mehr Freiheit bei ihrem Angebot bekommen, aber auch mehr Verantwortung tragen. Sie müssen eigenständig Risiken abwägen und begründen können, warum ein bestimmter Coin angeboten wird oder nicht.
Die Anpassung folgt auf einen Konsultationsprozess, der im Oktober 2025 begann. Seit der Einführung des Kryptotoken-Regimes 2022 hat die DFSA die Marktentwicklungen verfolgt und Gespräche mit Unternehmen und anderen Beteiligten geführt. Ziel war es, die Vorschriften besser an internationale Standards und das rasante Wachstum des Kryptosektors anzupassen.
Charlotte Robins, Leiterin der Abteilung für Politik und Rechtsangelegenheiten bei der DFSA, erklärt, die Änderung sei ein bewusster Schritt hin zu einem prinzipienbasierten Aufsichtsmodell. Die Behörde möchte Raum für Innovationen schaffen, ohne die Bedeutung des Risikomanagements zu vernachlässigen.
Der neue Rahmen enthält kein ausdrückliches Verbot bestimmter Kryptowährungen. Allerdings können einige digitale Vermögenswerte, wie etwa auf Privatsphäre ausgerichtete Coins, in der Praxis strenger kontrolliert werden. Das betrifft Kryptowährungen, die Transaktionen schwerer nachvollziehbar machen.
Da Unternehmen nun selbst für die Bewertung verantwortlich sind, können interne Compliance-Abteilungen entscheiden, strengere Kontrollen anzuwenden oder bestimmte Tokens als zu risikoreich einzustufen und daher nicht mehr anzubieten.
Der Ansatz der DFSA unterscheidet sich von dem anderer Aufsichtsbehörden in Dubai. Die DFSA ist ausschließlich im DIFC tätig, das über ein eigenes Rechtssystem verfügt und vom regulären Aufsichtsregime im übrigen Stadtgebiet unabhängig ist.
Außerhalb des DIFC gilt die Aufsicht der Dubai Virtual Assets Regulatory Authority (VARA). Diese Behörde verfolgt ein strengeres Regime und hat auf Privatsphäre ausgerichtete Kryptowährungen ausdrücklich unter ihren Virtual Assets and Related Activities Regulations 2023 verboten. Dieses Verbot gilt für den größten Teil Dubais, jedoch nicht für das DIFC.
Auch im Rest der Vereinigten Arabischen Emirate ist die Regulierung von Kryptowährungen nicht einheitlich. In Abu Dhabi verfolgt die Aufsichtsbehörde ADGM einen konservativen, risikobasierten Ansatz ohne vollständiges Verbot. Auf Bundesebene liegt der Fokus vor allem auf der Verhinderung von Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung.
Dadurch sind auf Privatsphäre ausgerichtete Kryptowährungen nicht überall in den VAE illegal, sondern werden je nach Rechtsgebiet unterschiedlich behandelt. Mit den angepassten Regeln betont die DFSA ihren eigenen Kurs: mehr Verantwortung bei den Marktakteuren und ein flexibles Aufsichtsmodell, das mit den Entwicklungen im Kryptosektor wachsen soll.
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