Der Krieg im Iran treibt erneut die Energiepreise in Europa in die Höhe. Das weckt schmerzhafte Erinnerungen an 2022, als der russische Einmarsch in die Ukraine zu einem historischen Inflationsschock führte. Dennoch glauben Analysten, dass die Situation diesmal weniger gravierend sein könnte, obwohl das Risiko hoch bleibt, solange der Konflikt andauert.

Wenn sich dieses Risiko manifestiert, könnte das dramatische Folgen für den Bitcoin Kurs haben.

Energiepreise steigen, Europa ist besser vorbereitet

Seit Ausbruch des Konflikts sind die Öl- und Gaspreise erneut stark gestiegen. Gleichzeitig zeigt sich, dass Europa weniger verwundbar ist als noch vor vier Jahren.

Wichtige Unterschiede zu 2022 sind:

  • Europäische Länder haben ihre Abhängigkeit von russischem Gas erheblich verringert.
  • Neue Lieferquellen wie LNG aus den USA, Norwegen und Katar wurden erschlossen.
  • Strategische Ölreserven können vorübergehend genutzt werden, um Preisanstiege zu dämpfen.

Ökonomen zufolge könnte eine vorübergehende Störung der Energieversorgung die Inflation in der Eurozone von etwa 1,9 Prozent auf rund 2,5 Prozent steigen lassen. Das würde Zinssenkungen verzögern, aber nicht vollständig ausschließen.

Langfristige Energiekrise bleibt ernstes Risiko

Die Lage könnte sich schnell verschlechtern, wenn die Störungen anhalten. Mögliche Szenarien sind:

  • andauernde Angriffe auf Schiffe in der Straße von Hormus
  • Produktionsprobleme bei großen LNG-Exporteuren wie Katar
  • steigende Gas- und Strompreise für europäische Unternehmen und Haushalte

In einem solchen Szenario könnte die Inflation erneut auf 3 Prozent oder mehr steigen. Das würde Zentralbanken zwingen, vorsichtig mit Zinssenkungen umzugehen oder sogar verschärfende Maßnahmen in Betracht zu ziehen.

Warum das für Bitcoin problematisch ist

Ein neuer Inflationsschock wie 2022 könnte auch erhebliche Auswirkungen auf Bitcoin und den Kryptomarkt insgesamt haben.

Verschiedene Faktoren spielen dabei eine Rolle:

1. Wenig Spielraum für Zinssenkungen

Steigende Inflation hindert Zentralbanken daran, die Wirtschaft mit niedrigeren Zinsen oder zusätzlicher Liquidität zu stützen. Das führt zu weniger Vertrauen in die Wirtschaft und wahrscheinlich zu einem geringeren Risikoappetit unter Investoren. Das ist üblicherweise eine ungünstige Kombination für Bitcoin.

2. Stärkerer Dollar und höhere Anleihezinsen

In Inflationszeiten suchen Investoren oft Sicherheit in Dollar und Staatsanleihen. Dadurch verschärfen sich die finanziellen Bedingungen, was risikobehaftete Anlagen wie Bitcoin unter Druck setzt.

3. Rückgang der Risikobereitschaft an den Börsen

Höhere Energiepreise belasten das Wirtschaftswachstum und die Unternehmensgewinne. Sinken die Aktienmärkte, zieht sich Kapital oft auch aus spekulativeren Märkten wie Krypto zurück.

4. Vertrauen in die Wirtschaft unter Druck

Stagflation, eine Kombination aus hoher Inflation und niedrigem Wachstum, führt historisch gesehen zu schwachen Ergebnissen bei fast allen risikobehafteten Anlagen. Das dürfte auch Bitcoin treffen.

Obwohl Europa besser vorbereitet scheint als 2022, bleibt der Energiemarkt extrem anfällig für geopolitische Entwicklungen. Eine langanhaltende Störung könnte die Inflation erneut anfachen und die Zentralbanken in eine Zwickmühle bringen.

Für Bitcoin wäre ein solches Szenario besonders ungünstig. Ohne monetäre Unterstützung und mit sinkender Risikobereitschaft an den Finanzmärkten wird es für die digitale Währung schwierig, einen Aufwärtstrend zu halten.

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