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Die Babyboomer-Generation besitzt einen enormen Anteil am weltweiten Vermögen. Allein in den USA kontrolliert sie schätzungsweise fast 100 Billionen Dollar an Vermögenswerten und hält etwa 70 Prozent aller Aktien.

Da Millionen Babyboomer bereits im Ruhestand sind oder bald in Rente gehen, fragen sich Investoren, ob eine massive Verkaufswelle bevorsteht. Könnte dieser Abfluss den Aktienmarkt belasten, oder wird das Risiko überschätzt?

Staafdiagram van Ritholtz dat het totale vermogen per generatie in de Verenigde Staten toont. Babyboomers bezitten circa 89,7 biljoen dollar, gevolgd door Generatie X met 46,2 biljoen dollar, de Silent Generation met 20,6 biljoen dollar en millennials met 18,7 biljoen dollar.
Babyboomer besitzen mit Abstand das größte Vermögen aller Generationen in den Vereinigten Staaten (Quelle: Ritholtz)

Babyboomer dominieren den Markt

In den vergangenen Jahrzehnten profitierten die Finanzmärkte von einem nahezu konstanten Kapitalzufluss. Dank Rentenplänen, 401(k)-Plänen und automatischen Anlageprogrammen floss Monat für Monat neues Geld in Aktien.

Die Babyboomer standen im Zentrum dieser Entwicklung. Während ihr Einkommen stieg, bauten sie gleichzeitig enorme Anlageportfolios auf. Das Ergebnis ist eine Generation, die heute für den Großteil des Vermögens am Aktienmarkt verantwortlich ist.

Auf dem Papier klingt das wie ein Risiko. Sobald diese Gruppe nicht mehr aufbaut und stattdessen verkauft, um den Ruhestand zu finanzieren, könnte das einen Druck auf die Aktienkurse ausüben.

Doch dieses Szenario ist weniger wahrscheinlich, als es scheint.

Warum die Verkaufswelle wohl ausbleibt

Ein wesentlicher Grund ist die ungleiche Vermögensverteilung. Der Großteil der Aktien befindet sich in den Händen einer relativ kleinen Gruppe sehr vermögender Haushalte. Diese Investoren müssen ihr Vermögen oft nicht vollständig zu Lebzeiten aufbrauchen. Wie Vermögensverwalter Ben Carlson im Podcast The Compound erklärte, wird ein Großteil des Vermögens am Ende nicht ausgegeben, sondern an Kinder und Enkel weitergegeben. Daher gelangen Aktien nicht automatisch massenhaft auf den Markt.

In vielen Fällen wird ein großer Teil des Vermögens einfach an Kinder und Enkel weitergereicht. Das bedeutet, dass Aktien nicht massenhaft auf den Markt kommen müssen, sondern von einer Generation zur nächsten übergehen können.

Darüber hinaus geben Rentner ihr Geld nach und nach aus. Selbst wenn Aktien verkauft werden, um Ausgaben zu finanzieren, geschieht dies über Jahrzehnte hinweg. Es entsteht kein plötzlicher Verkaufsdruck, da nicht alle gleichzeitig verkaufen.

Zudem verschwindet dieses Geld nicht aus der Wirtschaft. Rentengelder, die für Reisen, Dienstleistungen oder Konsum ausgegeben werden, gelangen letztlich wieder in die Unternehmen und können so indirekt zum Wirtschaftswachstum beitragen.

Auch Rentner bleiben investiert

Viele Anleger gehen davon aus, dass der Ruhestand automatisch bedeutet, dass Aktien gegen Anleihen getauscht werden. In der Praxis ist das differenzierter.

Ein Ehepaar im Alter von 65 Jahren hat heute eine erhebliche Chance, dass mindestens einer der beiden älter als 90 Jahre wird. Eine Ruhestandsphase kann somit leicht 25 bis 30 Jahre dauern.

Um die Kaufkraft über einen so langen Zeitraum zu erhalten, bleiben viele Rentner teilweise in Aktien investiert. Besonders in einem Umfeld, in dem Inflation eine Rolle spielt, bleiben Aktien für viele Haushalte ein wichtiger Bestandteil des Portfolios.

Das begrenzt den erwarteten Abfluss aus dem Markt.

Millennials als neue Käufer bereit

Der Überalterung steht zudem eine neue Generation von Anlegern gegenüber. Die Millennial-Generation ist inzwischen größer als die Gruppe der Babyboomer und erreicht allmählich die Phase, in der Einkommen und Vermögen am stärksten wachsen.

Wo frühere Generationen oft erst im späteren Lebensalter mit dem Investieren begannen, investieren Millennials bereits in jungen Jahren über Investment-Apps, Rentenpläne und Indexfonds.

Das bedeutet, dass ein natürlicher Nachfolger bereitsteht, um einen Teil der Aktien und anderer Vermögenswerte der Babyboomer zu übernehmen. Die Nachfrage nach Finanzanlagen verschwindet also nicht automatisch, wenn die älteste Generation mit dem Abbau beginnt.

Hinzu kommt, dass die demografische Entwicklung schon seit Jahren bekannt ist. Marktteilnehmer wissen, dass die Babyboom-Generation älter wird und haben diesen Trend längst in ihre Erwartungen einbezogen.

Deshalb sehen viele Analysten die Überalterung nicht als verborgenes Risiko, das plötzlich einen Börsencrash auslösen wird. Der größte Vermögenstransfer der modernen Geschichte dürfte eher ein schrittweiser Prozess als ein Schock für die Finanzmärkte sein.

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