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Der Bitcoin-Kurs gerät erneut unter Druck, und laut der US-Investmentbank Stifel ist das Risiko noch lange nicht gebannt. Analysten des 136 Jahre alten Finanzunternehmens warnen, dass Bitcoin (BTC) auf ein Niveau sinken könnte, das viele Anleger ungern laut aussprechen.
Der Bitcoin-Kurs hat seit dem Höchststand des letzten Jahres bereits einen deutlichen Rückschlag erlitten. Von einem Rekordwert über 126.000 Dollar im Oktober fiel der Preis auf etwa 70.000 Dollar zurück. Damit sind mehr als vierzig Prozent des Werts verdampft. Und laut der Investmentbank Stifel könnte es noch weitaus schlimmer kommen.
In einem neuen Bericht an Kunden warnen die Analysten vor einem möglichen Rückgang auf 38.000 Dollar. Diese Prognose stützt sich auf ein verblüffend einfaches, aber hartnäckiges Muster: eine Linie entlang der Tiefststände früherer großer Bitcoin-Crashes seit 2010. Diese Linie deutet nun auf einen neuen Tiefpunkt hin.
Stifel verweist auf frühere Bärenmärkte, bei denen Bitcoin stets tief fiel. 2011 verlor BTC 93 Prozent, 2015 84 Prozent, 2018 83 Prozent und 2022 76 Prozent. Die aktuelle Korrektur passe ihrer Ansicht nach perfekt in dieses Muster. Allerdings könnte das Tief diesmal höher liegen, da der Markt reifer geworden ist.
Die Analysten von Stifel erkennen einen weiteren wichtigen Unterschied zu früheren Jahren. Bitcoin bewegte sich lange Zeit entgegengesetzt zum US-Dollar. Ein schwächerer Dollar und mehr umlaufendes Geld sorgten oft für einen steigenden Bitcoin-Kurs. Dieses Verhältnis scheint sich seit diesem Jahr umgekehrt zu haben.
Der Dollarindex ist stark gefallen. Dennoch profitiert Bitcoin davon nicht. Im Gegenteil, laut Stifel fällt Bitcoin nun gemeinsam mit dem Dollar. Damit verliert BTC einen wichtigen Teil seiner Rolle als Alternative zu traditionellem Geld, so die Analysten.
Im Bericht ziehen die Analysten einen bemerkenswerten Vergleich mit The Curious Case of Benjamin Button. Während Bitcoin früher stärker wurde, wenn Fiatgeld schwächer wurde, scheint es nun rückläufig zu sein. Die digitale Währung verliert damit einen wesentlichen Teil ihrer Funktion als Alternative zu traditionellem Geld.
Dass Bitcoin maximal 21 Millionen Mal ausgegeben werden kann, bot lange Zeit Vertrauen. Doch laut Stifel wiegt diese Knappheit im aktuellen wirtschaftlichen Umfeld mittlerweile weniger schwer.
Ein weiterer Sorgenpunkt ist die starke Verbindung zwischen Bitcoin und amerikanischen Technologiewerten. Bitcoin bewegt sich zunehmend im Einklang mit dem Nasdaq 100. Das macht die Währung anfällig für die Zinspolitik der US-amerikanischen Zentralbank.
Obwohl die Federal Reserve die Zinsen kürzlich mehrfach senkte, war der Ton laut Stifel alles andere als beruhigend. Die Entscheidungsträger dämpften die Erwartungen an schnelle weitere Zinssenkungen. Das trifft vor allem Wachstums- und Technologieaktien, die auf günstige Finanzierungen angewiesen sind.
Laut Stifel steigen die Finanzierungskosten für Tech-Unternehmen weiter. Das könnte zu niedrigeren Aktienkursen und zusätzlichem Druck auf den Bitcoin-Kurs führen. In diesem Szenario sei eine tiefere Korrektur laut der Bank alles andere als ausgeschlossen.
Für Anleger bedeutet dies, dass die kommende Zeit entscheidend wird. Die Frage ist nicht nur, wie tief Bitcoin fallen kann, sondern auch, ob BTC seine frühere Rolle als Absicherung gegen einen schwächeren Dollar wieder einnehmen kann. Bis dahin bleibt der Markt auffallend nervös.
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