Während der Bitcoin-Kurs kaum Bewegung zeigt, ist im Netzwerk hinter den Kulissen einiges los. Ein technischer Indikator, der normalerweise wenig Beachtung findet, bricht diese Woche alle Rekorde. Analysten vermuten, dass dies ein Signal sein könnte, dass der aktuelle Marktzyklus noch nicht vorbei ist.
Aktivität im Netzwerk steigt, Bitcoin-Kurs bleibt stabil
Auf den ersten Blick scheint sich der Bitcoin (BTC)-Kurs ruhig zu verhalten. Seit Tagen bewegt er sich zwischen 86.000 und 92.000 Dollar ohne klare Richtung. Doch ein technischer Indikator, die sogenannte Liveliness, zeigt ein ganz anderes Bild.
Dieser Indikator misst das Verhältnis zwischen der Anzahl der aktiven Transaktionen und der Anzahl der langfristig gehaltenen Münzen. Je häufiger Münzen den Besitzer wechseln, desto höher der Score. Und dieser Score befindet sich nun auf dem höchsten Stand aller Zeiten.
„Die Liveliness steigt das ganze Jahr über, auch bei niedrigeren Preisen“, sagt Analyst TXMC. „Das zeigt, dass es eine strukturelle Nachfrage nach Spot-Bitcoin gibt, auch wenn man das noch nicht im Kurs sieht.“

Alte Münzen werden plötzlich massiv bewegt
Besonders die Bewegung alter Münzen fällt auf. Laut Analyst James Check blieb der Indikator jahrelang weitgehend unverändert, bis jetzt. „Was wir jetzt sehen, ist eine beispiellose Wertverschiebung“, erklärt er. „2017 ging es um Beträge von Hunderten oder Tausenden von Dollar. Jetzt handelt es sich um Milliarden.“
Ihm zufolge deutet dies auf eine der größten Kapitalverschiebungen in der Geschichte von Bitcoin hin. Münzen, die jahrelang stilllagen, kommen plötzlich in Bewegung. Das wirft Fragen auf, was Investoren vorhaben.
BTC-Ausblick: Doppelboden oder Durchbruch?
Der Kurs selbst bleibt derweil auffallend ruhig. Zum Zeitpunkt des Schreibens steht Bitcoin bei 91.300 Dollar, was einem Anstieg von zwei Prozent in 24 Stunden entspricht. Analyst Michaël van de Poppe sieht erst dann einen echten Durchbruch, wenn der Kurs über 92.000 Dollar steigt.
„Bis dahin ist alles in dieser Zone vor allem Lärm“, sagt er. „Wenn der Kurs sinkt, erwarte ich einen Rückfall auf die unteren 80.000 Dollar. Das könnte zu einem Doppelboden führen.“
Dennoch glaubt Van de Poppe, dass ein Tiefpunkt nahe ist. „Wir sind nicht weit von einem Boden entfernt, und das könnte zu einer kräftigen Rallye später in diesem Jahr führen.“
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