Das Blockchain-Analyseunternehmen Elliptic hat in einer neuen Finanzierungsrunde 120 Millionen Dollar eingesammelt, unterstützt von unter anderem der Deutschen Bank und der Investmenttochter von Nasdaq. Diese Runde erfolgt in einer Zeit, in der große Finanzinstitute ihr Angebot an digitalen Vermögenswerten erheblich erweitern.
Die Runde wurde vom Risikokapitalunternehmen One Peak Partners geleitet und bewertet Elliptic auf 670 Millionen Dollar, so das Unternehmen am Dienstag. Das in London ansässige Elliptic plant, das Kapital zu nutzen, um die Akzeptanz seiner Dienstleistungen zu erhöhen und die internationale Präsenz auszubauen, erklärte Geschäftsführerin Simone Maini in einem Interview.
Auch die British Business Bank, die offizielle Investitionsbank der britischen Regierung, beteiligte sich an der Runde. Zudem investierten bestehende Anteilseigner wie JPMorgan Chase und der Wagniskapitalgeber AlbionVC erneut.
Elliptic unterstützt Banken bei der Kryptoüberwachung
Elliptic wurde 2013 gegründet und gilt als eines der bekanntesten Analyseunternehmen im Kryptosektor. Das Unternehmen entwickelt Software, mit der Unternehmen und Ermittlungsbehörden Kryptotransaktionen nachverfolgen und illegale Aktivitäten wie Geldwäsche und Sanktionsumgehungen aufspüren können.
Obwohl der Kryptomarkt seit Monaten unter Druck steht, wächst die Nachfrage nach den Dienstleistungen von Elliptic. Dies liegt daran, dass traditionelle Finanzunternehmen und Fintechs neue Produkte rund um digitale Vermögenswerte einführen, die Compliance-Tools erfordern. Compliance bedeutet die Einhaltung von Gesetzen und Vorschriften durch Unternehmen, insbesondere im Finanzsektor.
„Für uns ist dies ein bedeutender Moment“, so Maini. „Die Durchführung von Compliance-Arbeiten in großem Maßstab ist keine Zukunftsmusik mehr, sondern eine betriebliche Notwendigkeit geworden.“
Banken stürzen sich massenhaft auf Krypto
Banken, Vermögensverwalter und Handelsplattformen haben ihre Kryptoaktivitäten im vergangenen Jahr erheblich ausgeweitet. Sie bieten unter anderem Anlageprodukte rund um digitale Vermögenswerte an und entwickeln auf Blockchain basierende Zahlungsmittel.
Die gesteigerte Aktivität wird durch ein freundlicheres regulatorisches Umfeld unter Präsident Donald Trump gefördert, der die Kryptobranche während seiner Wahlkampagne 2024 umarmte.
Morgan Stanley führte Anfang dieses Monats den Kryptohandel auf seiner Handelsplattform E*Trade ein. JPMorgan begann Ende letzten Jahres mit dem Angebot eines Tokens namens JPM Coin, der Dollar-Einlagen bei der Bank für einen Teil seiner Geschäftskunden repräsentiert.
In Europa hat ein Konsortium europäischer Banken, darunter ING und UniCredit, ein Joint Venture gegründet, um eine an den Euro gekoppelte Kryptowährung zu entwickeln. Ein Joint Venture ist eine Zusammenarbeit mehrerer Unternehmen, die gemeinsam ein neues Unternehmen oder Projekt aufsetzen.
Börsenhandel verlagert sich Richtung Blockchain
Traditionelle Finanzunternehmen arbeiten auch daran, Blockchaintechnologie für die Ausgabe, den Handel und die Abwicklung von traditionellen Wertpapieren wie Aktien und Anleihen einzusetzen. Anfang dieses Jahres gab Nasdaq bekannt, dass es an einem neuen Design für tokenisierte Aktien arbeitet, also Aktien, die digital als Tokens auf einer Blockchain dargestellt werden.
Elliptic überwacht laut eigener Website mittlerweile mehr als 1 Milliarde Transaktionen pro Woche für über 700 Kunden.
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Ondo Finance arbeitet mit dem Infrastrukturspezialisten Broadridge zusammen. Dadurch können Inhaber von mehr als 250 tokenisierten Aktien direkt über ihre Wallet abstimmen.
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