Seit dem Höchststand im Oktober ist der Bitcoin (BTC)-Kurs stark gefallen und die Unsicherheit unter den Anlegern wächst. Laut der Deutschen Bank handelt es sich nicht um einen plötzlichen Schock, sondern um tiefgreifendere Probleme, die im Hintergrund schwelen. Die aktuelle Korrektur sei eher ein Test dafür, ob Bitcoin ohne rein spekulative Begeisterung bestehen kann.
Image als digitales Gold schwindet
In einer gestrigen Analyse schreibt die Deutsche Bank, dass drei Faktoren schwer auf dem Markt lasten: anhaltende institutionelle Abflüsse, der Verlust vertrauter Marktbeziehungen und stagnierende Regulierung. Diese führen zusammen zu weniger Liquidität und einer anfälligeren Marktsituation.
Die Bank spricht von einem Reset und nicht von einem Zusammenbruch. Bitcoin müsse laut den Analysten beweisen, dass es zu einem reiferen Markt mit Unterstützung durch Regulierungen und große Investoren heranwachsen kann. Dieses Vertrauen stehe derzeit unter Druck.
Die Deutsche Bank weist darauf hin, dass Bitcoin in diesem Jahr deutlich von seinem Image als digitales Gold abweicht. Während Gold 2025 durch Käufe von Zentralbanken und die Suche nach Sicherheit um mehr als 60 Prozent gestiegen ist, blieb der Bitcoin-Kurs zurück.
Auch die Verbindung zu anderen Märkten hat abgenommen. Die Korrelation mit Aktien ist auf niedrige Werte gesunken, und auch die Beziehung zu Gold ist nahezu verschwunden. Daher ist Bitcoin laut der Bank isoliert, gerade jetzt, da sich die traditionellen Märkte stabilisieren.
Stimmung unter Anlegern fällt auf extreme Angst
Der Druck kommt vor allem von institutionellen Investoren. Die US-amerikanischen Spot Bitcoin ETFs zeigen seit Oktober deutliche Abflüsse auf. Im November waren es über 7 Milliarden Dollar, gefolgt von etwa 2 Milliarden Dollar im Dezember und über 3 Milliarden Dollar im Januar. Aufgrund niedrigerer Handelsvolumen kann der Bitcoin-Kurs schneller und heftiger schwanken.
Stimmungsindikatoren bestätigen dieses Bild. Der Crypto Fear & Greed Index ist in Richtung extremer Angst zurückgefallen. Eigene Untersuchungen der Deutschen Bank zeigen, dass der Anteil der US-Verbraucher, die Kryptowährungen besitzen, von 17 auf etwa 12 Prozent gesunken ist.
Auch politische Unsicherheiten spielen eine Rolle. Der Clarity Act soll mehr Klarheit über die Aufsicht von Kryptowährungen schaffen, mit Regeln für Stablecoins, Handelsplattformen und Marktüberwachung. Da der Vorschlag kaum Fortschritte macht, nimmt die Unruhe erneut zu und spiegelt sich auch im Bitcoin-Kurs wider.
Dennoch warnen die Analysten vor übertriebenem Pessimismus. Trotz des jüngsten Rückgangs steht Bitcoin immer noch deutlich höher als zu Beginn des Jahres 2023.
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