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Stablecoins wurden als stabile Alternative auf dem oft unberechenbaren Kryptomarkt entwickelt. Durch ihre Bindung an traditionelle Währungen wie den Euro oder den Dollar boten sie den Nutzern Schutz vor starken Kursschwankungen. Inzwischen hat sich ihre Rolle jedoch stark gewandelt, und innerhalb der Branche wird immer häufiger die Frage laut, ob der Begriff „Stablecoin“ noch zutreffend ist.

Stabilität ist nicht mehr das Verkaufsargument

Laut Experten ist Stabilität heute nicht mehr das wichtigste Unterscheidungsmerkmal von Stablecoins. Robert Hackett von der Investmentgesellschaft Andreessen Horowitz meint, dass diese Eigenschaft mittlerweile als selbstverständlich gilt.

Der Fokus verlagert sich zunehmend darauf, was Stablecoins leisten können. Sie ermöglichen schnelle und kostengünstige Zahlungen, sowohl innerhalb von Ländern als auch grenzüberschreitend. Darüber hinaus können Transaktionen automatisch über Smart Contracts abgewickelt werden. Smart Contracts sind selbstausführende Programme auf einer Blockchain, die Vereinbarungen automatisch umsetzen, sobald vordefinierte Bedingungen erfüllt sind. Dadurch verlaufen Prozesse innerhalb digitaler Finanzsysteme effizienter, ohne Zwischenhändler.

Dadurch entwickeln sich Stablecoins von einem Hilfsmittel für den Kryptohandel zu einem breiter einsetzbaren Zahlungsmittel innerhalb der Weltwirtschaft.

Marktkapitalisierung von Stablecoins übersteigt 321 Milliarden Dollar

Die wachsende Rolle von Stablecoins spiegelt sich auch in den Marktentwicklungen wider. Laut Daten von DeFiLlama hat der gesamte Marktwert mittlerweile die 321 Milliarden Dollar überschritten.

Sowohl private Nutzer als auch große Finanzinstitute nutzen diese Technologie immer häufiger. Banken und andere Akteure untersuchen, wie Stablecoins zu schnelleren grenzüberschreitenden Zahlungen, einem besseren Liquiditätsmanagement und einer effizienteren Abwicklung von Transaktionen beitragen können. Liquiditätsmanagement ist die Steuerung der Geldströme innerhalb einer Organisation, um stets genügend Mittel für laufende Verpflichtungen zur Verfügung zu haben.

Damit sind Stablecoins nicht mehr nur innerhalb der Kryptobranche relevant, sondern spielen auch darüber hinaus eine immer größere Rolle.

Branche zweifelt offen an der Begrifflichkeit

Innerhalb der Kryptobranche wird die Bezeichnung zunehmend kritisiert. Der Entwickler und Markenberater John Palmer argumentiert, dass der Name dem Sachverhalt nicht mehr gerecht wird und sogar die Wirkung der Technologie schmälert.

Palmer zufolge sollten Stablecoins einen Namen erhalten, der besser zu ihrer aktuellen Funktion und Position im Finanzsystem passt, anstatt eines Begriffs, der vor allem auf Preisstabilität verweist.

Chance auf Namensänderung bleibt gering

Trotz der wachsenden Kritik erscheint ein Namenswechsel vorerst unwahrscheinlich. Hackett weist darauf hin, dass Begriffe, die in einem frühen Stadium der technologischen Entwicklung entstehen, oft bestehen bleiben, auch wenn sie später weniger zutreffend sind.

Ähnliche Beispiele sind Begriffe wie E-Mail und Pferdestärke, die trotz technologischer Fortschritte, die ihre wörtliche Bedeutung längst überholt haben, weiterhin gebräuchlich sind.

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