Die Federal Reserve steht vor einer schwierigen Entscheidung. Durch die steigenden Öl- und Gaspreise droht die Inflation in den USA auf 3,5 Prozent oder höher zu steigen, während der Arbeitsmarkt Anzeichen von Schwäche zeigt.
Die Zentralbank muss sich daher zwischen zwei Übeln entscheiden: Die Inflation mit einer strengen Politik bekämpfen und das Risiko von Arbeitsplatzverlusten erhöhen oder die Wirtschaft unterstützen und akzeptieren, dass die Preise länger hoch bleiben.
Fed kann Angebotschock nicht mit Zinsen lösen
Oft wird übersehen, dass die Federal Reserve vor allem Einfluss auf die Nachfrage in der Wirtschaft hat, nicht auf das Angebot. Die Zentralbank kann steuern, wie viel Menschen leihen und ausgeben, hat aber keine direkte Kontrolle über die Produktion von Öl.
Bei einem Angebotschock, wie er derzeit durch die steigenden Energiepreise infolge des Konflikts mit Iran sichtbar wird, wird dieses Problem deutlich. Um die Inflation zu bremsen, muss die Fed die Nachfrage stärker drosseln als gewöhnlich.
Während der Coronakrise 2020 geschah das genaue Gegenteil. Damals brach die Nachfrage durch Lockdowns ein und die Fed senkte die Zinsen fast auf null, um die Wirtschaft zu stützen.
Inflation könnte Richtung 4 Prozent steigen
Den Modellen von The Kobeissi Letter zufolge könnte die Verbraucherpreis-Inflation (CPI) in den USA auf etwa 3,5 Prozent steigen. Das liegt deutlich über dem langfristigen Ziel der Federal Reserve von 2 Prozent und wäre normalerweise Anlass für eine strengere Zinspolitik.
Greift die Fed nicht ein, könnte die Inflation weiter steigen und möglicherweise über 4 Prozent klettern. Wie stark dieser Anstieg ausfällt, hängt vor allem von der Dauer des Konflikts mit Iran und der anschließenden Stabilisierung der Energiepreise ab.
Arbeitsmarkt erreicht schwächsten Punkt seit Jahren
Hier liegt das Dilemma für die Federal Reserve. Der US-Arbeitsmarkt befindet sich auf dem schwächsten Niveau seit Jahren und zeigt trotz früherer Zinssenkungen kaum Erholung.
Entscheidet sich die Zentralbank nun, die Zinsen zu erhöhen, steigt das Risiko eines breiteren wirtschaftlichen Abschwungs. In diesem Szenario könnte die Arbeitslosigkeit weiter zunehmen, möglicherweise auf über 5 Prozent.
Entscheidung zwischen zwei Übeln
Die Federal Reserve steht damit vor einer schwierigen Wahl. Entweder akzeptiert die Zentralbank eine Inflation von 3,5 Prozent oder höher, oder sie erhöht die Zinsen mit dem Risiko, dass die Arbeitslosigkeit auf über 5 Prozent ansteigt. In beiden Fällen ist der Schaden erheblich.
Für Risikoanlagen wie Bitcoin (BTC) bietet keines der beiden Szenarien eine klare Lösung. Höhere Zinsen belasten die Kurse von risikoreichen Investments. Gleichzeitig sorgt anhaltend hohe Inflation ohne Eingriff für Unsicherheit, was das Vertrauen der Anleger untergräbt.
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