Der ehemalige Goldman Sachs-Chefstratege Robin Brooks sieht eine neue Flucht aus Fiatwährungen. Investoren suchen Zuflucht in Gold und Silber, da die Sorgen über Staatsschulden und Inflation erneut aufflammen. Auffällig ist, dass Bitcoin als vermeintliche digitale Alternative zurückbleibt.
Neue Phase der Flucht aus Fiatwährungen
Laut Robin Brooks, dem ehemaligen Leiter der Währungsstrategie bei Goldman Sachs, haben wir in dieser Woche eine neue Phase dessen erreicht, was er als ‚Debasement Trade‘ bezeichnet. Dabei flüchten Investoren aus traditionellen Währungen wie dem Dollar, aus Angst, dass Zentralbanken Schulden durch günstige Kredite und Geldschöpfung weginflationieren.
Brooks verweist auf die Fed-Sitzung dieser Woche als neuen Katalysator für diesen Trend. Ebenso wie nach dem Jackson Hole-Symposium im August steigen die Edelmetalle erneut an. „Die nächste Phase hat begonnen,“ schrieb er auf X.
Gold und Silber profitieren, Bitcoin nicht
Die Marktbewegungen sind eindeutig: Seit Ende August ist Silber um über sechzig Prozent gestiegen, Gold um mehr als dreißig Prozent. Auch Aktien profitieren, während Öl und Bitcoin an Boden verlieren. Der Dollar blieb im Vergleich zu anderen Währungen auffallend stabil.
Brooks zufolge zeigt dies, dass Investoren in ihrer Suche nach sicheren Häfen selektiv sind. „Bitcoin ist dafür einfach zu volatil,“ so der Stratege. Die von ihm geteilte Grafik zeigt, dass sich BTC seit August in einem Abwärtstrend befindet, während Silber und Gold explosionsartig gestiegen sind.

Hintergrundbedenken: Schulden und Politik
Der Antrieb hinter dieser Bewegung ist laut Brooks die wachsende Sorge über die Tragfähigkeit der Fiskalpolitik in westlichen Ländern. Investoren befürchten, dass hohe Schulden durch Inflation „abgebaut“ werden.
Sogar das Ende des US-Shutdowns, das normalerweise positive Nachrichten wären, führte nicht zu einer Abkühlung der Goldrallye. Das sei laut Brooks ein alarmierendes Zeichen. „Die Märkte behandeln gute Nachrichten als schlechte Nachrichten. Das ist besorgniserregend.“
Er warnt, dass Zentralbanken kaum noch Spielraum haben, um die Zinsen künstlich niedrig zu halten, und dass finanzielle Repression, wie das Erzwingen von Banken, Anleihen zu halten, keine strukturelle Lösung bietet.
Wird Bitcoin jemals ein sicherer Hafen?
Brooks steht der Rolle von Bitcoin in dieser Bewegung kritisch gegenüber. Obwohl die Kryptowährung oft als digitales Gold präsentiert wird, sieht der Markt das anders. „BTC ist zu volatil und unberechenbar, um als verlässliches Wertaufbewahrungsmittel zu dienen,“ lautet seine Analyse.
Das bedeutet nicht, dass Bitcoin keine Zukunft als alternatives Finanzsystem hat, aber in den Augen professioneller Investoren steht es vorerst nicht auf einer Stufe mit Gold und Silber als sicherer Hafen.
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