Die Kryptomärkte erlebten heute eine scharfe Korrektur, bei der viele der Gewinne vom Montag wieder zunichtegemacht wurden. Der Rückgang wurde durch wachsende Sorgen über den Anleihemarkt und eine breitere Risikoaversion an den Finanzmärkten ausgelöst.
Bitcoin (BTC) verlor 4 % seines Wertes und erreichte ein Tagestief von 96.700 USD. Auch andere große Kryptowährungen wie Ethereum (ETH), Ripple (XRP) und Solana (SOL) verzeichneten erhebliche Verluste von 7,61 %, 6,22 % und 6,51 %.
Auch der Aktienmarkt gerät unter Druck
Die Kryptomärkte standen unter Druck inmitten einer allgemein negativen Stimmung an den Aktienmärkten. Der Dow Jones fiel um 0,10 %, während der S&P 500 sogar um 0,64 % nachgab.
Besonders Technologieunternehmen, die in der Regel sensibler auf Risiken reagieren, standen stark unter Druck. So fielen die NVIDIA-Aktien um 5,4 %, was über 175 Milliarden USD an Marktwert auslöschte. Auch Tesla und Super Micro Computer wurden getroffen, mit Kursrückgängen von 3 % bzw. 1,5 %.
Auswirkungen steigender Anleiherenditen
Der Verkaufsdruck wurde durch steigende Anleiherenditen verstärkt, im Vorfeld wichtiger Wirtschaftsberichte wie der Non-Farm-Payrolls-Daten und der Protokolle der US-Notenbank. Die Rendite der 10-jährigen US-Staatsanleihen stieg um 1,7 % auf 4,70 %, während die Renditen der 30-jährigen und 5-jährigen Anleihen auf 4,61 % bzw. 4,50 % kletterten.
Steigende Anleiherenditen deuten oft auf die Erwartung eines strengeren geldpolitischen Kurses der Federal Reserve hin. Bei der Sitzung im Dezember signalisierte die Fed, dass sie für 2025 weniger Zinssenkungen erwartet als zuvor angenommen. Die Protokolle dieser Sitzung, die am Mittwoch, dem 8. Januar, veröffentlicht werden, könnten weitere Einblicke in die Ansichten der Zentralbank liefern.
Wirtschaftsdaten und Sorgen um den Arbeitsmarkt
Kryptowährungen standen zusätzlich unter Druck, nachdem ein Bericht des US-Arbeitsministeriums zeigte, dass die Zahl der offenen Stellen im Dezember auf den höchsten Stand seit sechs Monaten gestiegen war, insbesondere im Dienstleistungssektor.
Dieser Bericht erscheint nur wenige Tage vor den offiziellen Non-Farm-Payrolls-Daten, die am Freitag veröffentlicht werden. Ein stärker als erwarteter Arbeitsmarktbericht könnte die Fed dazu veranlassen, ihren restriktiven Kurs beizubehalten, was den Inflationsdruck hoch hält.
Analysten warnen vor weiteren Rückgängen
Einige Analysten warnen, dass die steigenden Anleiherenditen erhebliche Auswirkungen auf den Kryptomarkt haben könnten. Mark Zandi, Chefökonom bei Moody’s, wies darauf hin, dass steigende US-Haushaltsdefizite die Anleiherenditen weiter in die Höhe treiben könnten. Dies könnte Anleger dazu veranlassen, riskante Vermögenswerte wie Kryptowährungen gegen sicherere Anlagen wie Geldmarktfonds auszutauschen.
Die kommenden Tage bleiben entscheidend für sowohl die Finanzmärkte als auch den Kryptosektor, da wichtige Wirtschaftsberichte und geldpolitische Einblicke die Richtung der Märkte beeinflussen könnten.
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