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Michael Saylor hat jahrelang nur eine Botschaft verbreitet: mehr Bitcoin (BTC) kaufen. Doch ausgerechnet das sei laut dem Analysehaus CryptoQuant etwas, womit Strategy vorerst aufhören sollte.
In einem neuen Bericht schreibt das Research-Unternehmen, Strategy müsse zunächst seine schrumpfende Liquiditätsreserve wieder auffüllen, bevor erneut Milliarden in Bitcoin fließen. Die Warnung kommt zu einem Zeitpunkt, an dem sowohl der Bitcoin-Kurs als auch die Aktie des Unternehmens unter Druck stehen.
Nach Einschätzung von CryptoQuant wird der finanzielle Spielraum von Strategy zunehmend enger, während die Verpflichtungen gegenüber Investoren schnell wachsen.
Die Sorgen drehen sich vor allem um STRC, die wichtigste Vorzugsaktie von Strategy.
Die Aktie ist darauf ausgelegt, um die 100 US-Dollar zu handeln, fiel aber gestern auf rund 81,80 US-Dollar. Das ist die größte Abweichung seit Einführung des Produkts.

Für Anleger ist das ein wichtiges Signal. Vorzugsaktien gelten oft als vergleichsweise stabile Anlage mit fester Ausschüttung. Gerät ein solcher Titel unter Druck, schauen Investoren unmittelbar auf die finanzielle Verfassung des Unternehmens.
Laut CryptoQuant ist genau dort das Problem entstanden.
Die Liquiditätsreserve von Strategy soll seit Anfang 2026 um 38 Prozent geschrumpft sein, während sich die jährlichen Dividendenverpflichtungen nahezu vervierfacht und auf etwa 1,2 Milliarden US-Dollar erhöht haben. Zugleich gab das Unternehmen im Mai rund 1,5 Milliarden US-Dollar aus, um wandelbare Schuldtitel zurückzukaufen.
Damit ist der finanzielle Puffer deutlich kleiner geworden.
CryptoQuant verweist darauf, dass die Lage teilweise eine Folge von Strategy eigener Strategie ist.
Um neue Bitcoin-Käufe zu finanzieren, hat das Unternehmen weitere Vorzugsaktien ausgegeben. Dadurch stiegen auch die jährlichen Dividendenverpflichtungen schnell.
Dem Bericht zufolge verfügt Strategy derzeit über rund 1,1 Milliarden US-Dollar an Reserven, während etwa 2,8 Milliarden US-Dollar nötig wären, um eine komfortable Deckung von zwei Jahren Dividendenzahlungen sicherzustellen.
Gleichzeitig hält das Unternehmen rund 847.000 Bitcoin. Das wirkt wie ein gewaltiger Puffer, doch nach Einschätzung von CryptoQuant bietet diese Position derzeit weniger Schutz, als viele Anleger annehmen.
Das Research-Unternehmen schätzt, dass der Bitcoin-Bestand auf dem Papier mehr als 10 Milliarden US-Dollar im Minus steht. Ein erzwungener Verkauf zu den aktuellen Marktpreisen würde nach Ansicht der Analysten enorme Verluste offenlegen.
Eine akute Notlage sieht CryptoQuant derzeit noch nicht.
Strategy muss seine Bitcoin nicht verkaufen, um Verpflichtungen zu erfüllen. Das Unternehmen könnte etwa neue Aktien ausgeben oder die Dividende anpassen, um Investoren zu beruhigen.
Trotzdem ist das Research-Unternehmen der Meinung, Michael Saylor müsse einen Schritt zurücktreten.
Statt fortlaufend neue Bitcoin-Käufe zu finanzieren, sollte Strategy nach Ansicht von CryptoQuant zunächst die Liquiditätsposition stärken. Erst danach solle das Unternehmen wieder mit dem Akkumulieren beginnen.
Das wäre ein auffälliger Bruch mit der Strategie, die Saylor über Jahre verfolgt hat. Seit dem ersten Kauf hat Strategy nahezu ohne Unterbrechung Bitcoin aufgebaut und ist zum weltweit größten Unternehmenshalter von Bitcoin geworden.
Bemerkenswert ist, dass nicht alle Analysten ähnlich kritisch sind.
Benchmark-Analyst Mark Palmer erklärte diese Woche, die Finanzierungsstruktur von Strategy sei nicht kaputt, sondern funktioniere lediglich weniger effizient als früher. Vergleiche mit früheren Krypto-Crashs wies er zurück.
Damit entsteht an der Wall Street eine interessante Debatte: Soll Strategy weiter so agieren wie bisher und Kursrückgänge beim Bitcoin für Zukäufe nutzen? Oder ist der Moment gekommen, in dem selbst Michael Saylor zunächst die Bilanz stärken muss, bevor er erneut Milliarden in Bitcoin investiert?
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