An der Wall Street schlossen am Freitag alle großen US-Aktienindizes auf neuen Rekordhochs, während auch Gold einen historischen Höchststand erreichte. Dennoch gibt es eine ernste Warnung von dem Mann, der den Spitznamen ‚Crash Guy‘ trägt. Bitcoin (BTC) scheint derzeit bereits Schwierigkeiten zu haben.

Parallelen zu 1929

Mark Spitznagel, Gründer des Hedgefonds Universa Investments, ist bekannt für seine enormen Gewinne während Marktpaniken. Im Jahr 2015 machte er an einem einzigen Tag eine Milliarde Dollar während des sogenannten Flash Crashs. Auch während der Kreditkrise und der Corona-Panik profitierte er mit seiner Strategie von plötzlichen Börseneinbrüchen.

Spitznagel sieht auffällige Ähnlichkeiten mit dem Jahr 1929, als nach den roaring twenties ein historischer Börsencrash folgte. Laut ihm befindet sich der Markt jetzt in einer ähnlich euphorischen Phase. „Ich bin der Crash Guy, und das bleibe ich,“ sagt er.

Er betont, dass er keinen genauen Zeitpunkt vorhersagen kann. Universa kauft sogenannte Tail-Risk-Derivate, die enorme Gewinne erzielen, wenn der Markt plötzlich stark einbricht. Solche Versicherungen gegen extreme Rückgänge sind jetzt relativ günstig, weil Anleger wenig Gefahr sehen.

Letzter Aufschwung möglich

Spitznagel erwartet, dass die Kurse zunächst noch um etwa 20 Prozent steigen könnten, bevor eine große Korrektur beginnt. Seit 1980 stieg der S&P 500 im Durchschnitt um 26 Prozent im Jahr vor einem Bärenmarkt, deutlich mehr als der langjährige Durchschnitt.

Laut Daten von State Street ist die Aktienexposition großer Anleger mittlerweile auf dem höchsten Stand seit November 2007, kurz vor der schweren Krise von 2008. Auch US-Haushalte haben mehr Geld in Aktien investiert als während des Höhepunkts der Internetblase um das Jahr 2000.

Signale der Übermut

Es gibt weitere Anzeichen dafür, dass Anleger Risiken unterschätzen. Die Prämie für Anleihen mit hoher Kreditwürdigkeit ist auf das niedrigste Niveau seit 1998 gefallen. Gleichzeitig liegt das Handelsvolumen an den US-Börsen knapp unter dem Rekord von April.

„Die Märkte sind pervers,“ sagt Spitznagel. „Sie existieren, um Menschen in die Irre zu führen.“

Laut ihm kann das Ausbleiben natürlicher Korrekturen durch jahrelanges Eingreifen von Regierungen und Zentralbanken letztendlich zu einem „Feuersturm“ auf den Finanzmärkten führen.

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