Ein 23-jähriger Mann aus Brooklyn hat sich mit einer ausgeklügelten Phishing-Masche Zugriff auf die digitalen Tresore von etwa hundert Coinbase-Nutzern verschafft. So konnte er Kryptowährungen im Wert von einem Millionenvermögen erbeuten.
Opfer glaubten an ‚Coinbase-Warnung‘
Die Staatsanwaltschaft in Brooklyn hat den Verdächtigen, Ronald Spektor aus Sheepshead Bay, in 31 Punkten angeklagt, darunter großangelegter Diebstahl und Geldwäsche. Der angebliche Betrug erstreckte sich von April 2023 bis Dezember 2024.
„Wenn du versuchst, unsere Kunden zu bestehlen, arbeiten wir mit den Behörden zusammen, um dich zu finden und vor Gericht zu bringen“, schrieb Coinbase-CEO Brian Armstrong.
Laut der Staatsanwaltschaft gab sich Spektor als Mitarbeiter von Coinbase aus. Die Opfer erhielten eine Nachricht, dass ihre Kryptowährungen von Hackern bedroht seien. Um ihre Guthaben zu ’sichern‘, sollten sie ihre Münzen auf neue Wallets übertragen.
Diese Wallets standen tatsächlich unter der Kontrolle des Verdächtigen. Sobald die Kryptowährungen überwiesen wurden, verlor sich ihre Spur. Insgesamt sollen so rund 16 Millionen Dollar (umgerechnet 13,66 Millionen Euro) an digitalen Währungen erbeutet worden sein.
Die Lehre daraus ist, dass Kryptobörsen Sie grundsätzlich niemals kontaktieren, um Ihre Kryptowährungen zu verschieben. Erhalten Sie dennoch eine solche Warnung, ist das fast immer ein Alarmsignal. Wenn Sie zudem unter Zeitdruck gesetzt werden, sollten die Alarmglocken noch lauter läuten.
Der Schaden pro Opfer war erheblich. Ein Bewohner aus Kalifornien verlor mehr als 1 Million Dollar an Kryptowährungen, und ein Opfer aus Virginia verlor über 900.000 Dollar.
Insgesamt wurden etwa hundert Geschädigte identifiziert. Mehr als siebzig von ihnen sind mittlerweile befragt worden.
In früheren Crypto-Nachrichten konntest du lesen, dass im vergangenen Jahr Bösewichte Kryptowährungen im Wert von über 3 Milliarden Dollar gestohlen haben. Das ist der höchste Stand seit 2022.
Krypto über Mixer und Glücksspiel gewaschen
Nach den Diebstählen versuchte Spektor, das Geld unauffindbar zu machen. Laut Anklage nutzte er Krypto-Mixer, das sind Dienste, die Transaktionen mischen, um die Herkunft zu verschleiern. Außerdem wurden Kryptowährungen über Austauschplattformen und Online-Glücksspielseiten umgewandelt.
Unter dem Namen „Ronaldd“ war er auf Telegram aktiv. Dort betrieb er den Kanal Blockchain Enemies, auf dem er laut Staatsanwaltschaft mit seiner Beute prahlte und zugab, 6 Millionen Dollar verspielt zu haben.
Coinbase half bei der Ermittlung
Coinbase arbeitete eng mit der Virtual Currency Unit der Staatsanwaltschaft in Brooklyn zusammen. Die Kryptobörse half dabei, Transaktionen nachzuverfolgen und Wallets mit dem Verdächtigen in Verbindung zu bringen.
Auch der Blockchain-Forscher ZachXBT spielte eine Rolle. Im November 2024 veröffentlichte er eine Untersuchung, nachdem sich ein Opfer, das 6 Millionen Dollar verloren hatte, bei ihm meldete. Coinbase bedankte sich später auf der Social-Media-Plattform X für seinen Beitrag.
Bisher wurden etwa 105.000 Dollar in bar und 400.000 Dollar in Kryptowährungen sichergestellt.
Inzwischen hat Spektor auf nicht schuldig plädiert. Sein Anwalt bezeichnet die Vorwürfe als „spekulativ“. Laut Staatsanwaltschaft plante er, das Land zu verlassen. Auch sein Vater gilt mittlerweile als aktiver Verdächtiger.
Krypto-Wallet mit 650.000 Nutzern stellt nach Sicherheitslücke den Betrieb ein
Ctrl Wallet, eine Non-Custodial-Multichain-Wallet, mit der Nutzer ihre digitalen Vermögenswerte selbst verwalten, stellt den Betrieb endgültig ein.
Krypto-Hacks fast halbiert – Experten warnen vor wachsender Gefahr
Der gesamte finanzielle Schaden durch Cyberangriffe auf die Blockchain-Branche ist im ersten Halbjahr 2026 um 46,8 Prozent auf 1,31 Milliarden US-Dollar gesunken.
Sicherheitslücke gefährdet Tausende Krypto-Wallets
Tausende Krypto-Wallets könnten wegen einer Sicherheitslücke bei der Erstellung sogenannter Seed-Phrases für Diebstahl anfällig sein.
Meist gelesen
Analyst: XRP wird bald neue Millionäre hervorbringen
Eine auffällige Prognose zu XRP sorgt in der Community rund um den Coin für heftige Diskussionen.
Kann XRP auf 10.000 bis 50.000 Dollar steigen? ChatGPT erklärt, warum es möglich ist
Südkorea will auch kleine Kryptotransaktionen überwachen. Der Vorschlag soll Geldwäsche verhindern und internationale Vorschriften stärken.
Ex-Google-Ingenieur verkauft seine gesamten Bitcoin: „Das ist vorbei“
Der ehemalige Google-Ingenieur TechLead hat seine gesamten Bitcoin mit deutlichem Verlust verkauft. Er hält den Markt für anfällig, bleibt langfristig jedoch optimistisch.
