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Der Schaden durch den Coldcard-Hack scheint größer zu sein als zunächst absehbar. Blockchain-Analysten kommen zwar zu teils deutlich unterschiedlichen Zahlen, die höchste Schätzung liegt inzwischen aber bei rund 1.816 Bitcoin (BTC). Möglicherweise sind mehr als 5.200 Wallet-Adressen betroffen.
Das genaue Ausmaß des Angriffs lässt sich nur schwer beziffern. CryptoQuant hat bislang Verluste von 1.432 BTC bestätigt. Galaxy Research geht von mindestens 1.730 gestohlenen BTC aus, während TRM Labs auf etwa 1.816 BTC kommt. Die Differenzen ergeben sich vor allem aus der Frage, welche verdächtigen Transaktionen mit hinreichender Sicherheit dem Hack zugeordnet werden können.
CryptoQuant konnte bislang Verluste von 1.432 BTC bestätigen. Nach Einschätzung des Blockchain-Analyseunternehmens ist diese Summe vor allem als Untergrenze zu verstehen. Denn noch haben sich nicht alle Betroffenen gemeldet.
Die Untersuchung stützt sich zunächst auf öffentliche Meldungen betroffener Nutzer. Opfer können etwa ihre Wallet-Adresse oder die Identifikationsnummer einer verdächtigen Transaktion weitergeben. CryptoQuant gleicht diese Angaben anschließend mit Transaktionen auf der Blockchain ab, die Merkmale desselben Angriffs aufweisen.
Julio Moreno, Forschungsleiter bei CryptoQuant, betont, dass das Unternehmen bei der Zuordnung weiterer Opfer vorsichtig vorgeht. Eine Wallet wird nicht allein wegen eines ähnlichen Transaktionsmusters mit dem Hack in Verbindung gebracht. So will das Unternehmen vermeiden, dass Transaktionen fälschlicherweise in die Berechnung einfließen.
„Da die gestohlenen Bitcoin Privatpersonen gehörten und nicht einer zentralen Stelle wie einer Börse, können wir nur das bestätigen, was die einzelnen Opfer öffentlich machen“, sagte Moreno.
Der bestätigte Verlust könnte daher weiter steigen, wenn sich weitere Betroffene melden und Informationen zu ihren kompromittierten Wallets teilen.
Galaxy Research kommt unterdessen zu einer höheren Schätzung. Das Analysehaus bezifferte am Dienstag mindestens 1.730 BTC, die dem Angriff zugerechnet werden können.
Zuvor hatte Galaxy einen möglichen Verlust von 1.816 BTC genannt. Analyst Alex Thorn stellte später klar, dass dieser Betrag nicht als endgültig bestätigter Verlust zu verstehen sei. Es handele sich um eine mögliche Größenordnung des Diebstahls auf Basis der verfügbaren Informationen.
Galaxy konnte über direkte Meldungen von Opfern Verluste von mehr als 450 BTC bestätigen. Diese Hinweise halfen den Analysten anschließend, weitere Wallets zu identifizieren, die mutmaßlich ebenfalls betroffen sind.
„Direkt konnten wir auf Grundlage von Opfermeldungen mehr als 450 BTC bestätigen. Diese Meldungen haben uns aber auch geholfen, weitere bislang unbekannte Betroffene mit einem Gesamtbetrag von mehr als 730 BTC zu identifizieren“, sagte Thorn.
Galaxy beobachtet zudem weitere Bitcoin, bei denen der Verdacht besteht, dass sie während des Angriffs gestohlen wurden. Nach Angaben von Thorn reicht die Beweislage bei diesen Transaktionen jedoch noch nicht aus, um sie endgültig einzubeziehen.
Auch TRM Labs geht davon aus, dass der Schaden deutlich über der Summe liegt, die CryptoQuant bislang bestätigt hat. Nach einer unabhängigen Untersuchung des Blockchain-Intelligence-Unternehmens könnten die Angreifer rund 1.816 BTC erbeutet haben.
Dabei sollen mehr als 5.200 Wallet-Adressen betroffen sein. TRM Labs zufolge erfolgte der Angriff zudem in vier getrennten Wellen.
Ari Redbord, Leiter Politik bei TRM Labs, rechnet damit, dass die Schätzung noch steigen kann. Neue Meldungen von Opfern könnten den Ermittlern helfen, weitere verdächtige Transaktionen mit hinreichender Sicherheit dem Angriff zuzuordnen.
Das zentrale Problem besteht darin, dass die betroffenen Bitcoin in privaten Wallets verwahrt wurden. Nutzer verwalten ihre Bestände dort selbst. Es gibt daher keine zentrale Organisation, die exakt feststellen kann, wie viele Menschen betroffen sind und wie viele BTC insgesamt verschwunden sind.
Bei einem Hack einer zentralen Kryptobörse kann das Unternehmen hinter der Plattform in der Regel untersuchen, welche Konten betroffen sind. Bei privaten Wallets müssen Blockchain-Analysten das Gesamtbild anhand von Opfermeldungen und öffentlichen Transaktionsdaten selbst rekonstruieren.
Ein übereinstimmendes Transaktionsmuster ist dabei nicht automatisch ein Beweis dafür, dass eine Wallet Teil des Coldcard-Hacks war. Wenn Ermittler eine Wallet falsch zuordnen, können Transaktionen in die Berechnung einfließen, die nichts mit dem Angriff zu tun haben.
Das erklärt die unterschiedlichen Schätzungen. CryptoQuant bestätigt mindestens 1.432 BTC, Galaxy Research setzt das Minimum bei 1.730 BTC an, und TRM Labs kommt auf etwa 1.816 BTC.
Das Ausmaß des Coldcard-Hacks könnte klarer werden, wenn sich weitere Opfer melden. Dennoch ist es möglich, dass nie mit vollständiger Sicherheit festgestellt werden kann, wie viele Bitcoin tatsächlich gestohlen wurden.
„Die Gesamtzahl der gestohlenen BTC lässt sich nur schwer bestimmen, und sie wird wohl immer eine Schätzung bleiben“, sagte Moreno.
Chainalysis erklärte, keine eigene unabhängige Zählung der Verluste vorgenommen zu haben. Der Blockchain-Ermittler ZachXBT teilte zudem öffentlich mit, dass er den Vorfall nicht weiter verfolgen und die gestohlenen Bestände nicht nachverfolgen wolle.
Bislang sind Verluste von mindestens 1.432 BTC bestätigt. Die Analysen von Galaxy Research und TRM Labs deuten auf eine deutlich größere Beute hin. Sollten ihre Berechnungen zutreffen, könnte der tatsächliche Verlust bei rund 1.800 BTC liegen.
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