Der Silberpreis hat im Januar eine bemerkenswerte Rally erlebt. Analysten von Citigroup sehen darin erst den Anfang: Die Bank erwartet, dass der Preis innerhalb von drei Monaten auf ein Rekordhoch von 150 Dollar pro Unze steigen könnte, angetrieben durch anhaltende Käufe in China.
Silber „wie Gold auf Steroiden“
Citigroup-Analyst Max Layton und sein Team beobachten, dass Silber sich derzeit wie „Gold im Quadrat“ verhält, aufgrund der schnellen Preisbewegungen und der steigenden Nachfrage. „Das wird vermutlich so bleiben, bis Silber historisch betrachtet teuer im Vergleich zu Gold erscheint,“ schreiben sie in einem Bericht.
Am Montag verzeichnete der Silberpreis einen spektakulären Anstieg um vierzehn Prozent und erreichte ein neues Rekordhoch von 117,71 Dollar pro Unze. Es war der größte Tagesanstieg seit der Krise von 2008. Die Rally wird durch starke physische Nachfrage, spekulatives Interesse und eine eingeschränkte Liquidität getrieben. Vor allem Käufer aus China spielen dabei eine Schlüsselrolle.
Trotz Gegenwind steigt der Preis weiter
Der Anstieg des Silberpreises ist bemerkenswert angesichts des Gegenwinds aus verschiedenen Richtungen. Es gibt Abflüsse aus Silber-ETFs, Verkaufsdruck auf den Terminmärkten und abnehmende Bestände in amerikanischen Lagern. Dennoch sieht Citigroup genug Stärke im aktuellen Momentum. Laut der Bank sind höhere Preise notwendig, um aktuelle Besitzer zum Verkauf ihres Silbers zu bewegen.
Die Analysten heben zudem das Gold-Silber-Verhältnis hervor. Sollte es auf das Niveau von 32 zu 1 zurückkehren, wie 2011, könnte der Silberpreis auf 170 Dollar pro Unze steigen.
Doch nicht alle sind überzeugt, dass die Rally anhält. Marc Loeffert von Heraeus Precious Metals warnt, dass die außergewöhnliche Geschwindigkeit des Anstiegs ein Warnsignal sein könnte. „Das Verhältnis zwischen Gold und Silber war in der Vergangenheit oft niedriger als heute, aber selten sahen wir eine so abrupte Bewegung in so kurzer Zeit.“
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