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Bitcoin (BTC) stellt für eine Zentralbank eine interessante Anlage dar, auch wenn sie theoretisch wertlos werden könnte. Diese Botschaft vermittelte Aleš Michl, der Gouverneur der Tschechischen Zentralbank, gestern während einer Rede vor Tausenden von Bitcoinern. Im vergangenen Jahr schrieb seine Bank Geschichte, als sie als erste weltweit Bitcoin erwarb.
Eine Zentralbank und Bitcoin scheinen auf den ersten Blick eine ungewöhnliche Kombination zu sein, räumte Michl auf der Bühne von Bitcoin 2026 in Las Vegas ein. Dennoch sei genau dies etwas, worüber monetäre Behörden nachdenken sollten, so Michl.
„Die meisten Menschen bringen diese beiden Dinge nicht zusammen. Ich schon“, sagte er. „In der Geldpolitik muss eine Zentralbank konservativ sein. Doch sie muss auch vorausdenken.“
Der Gouverneur verschwieg in seiner Rede nicht, dass Bitcoin eine risikoreiche Währung ist. Die Volatilität sei deutlich höher als bei anderen Vermögenswerten. „An einem Tag kann der Preis stark steigen oder auf null fallen. Ja, null“, sagte er.
Laut Michl ist das jedoch kein Grund, Bitcoin zu ignorieren. Dasselbe Risiko gelte für jedes andere Asset. Auch eine Aktie könne wertlos werden und selbst eine Anleihe könne einen Schlag erleiden.
„Deshalb halte ich es nicht für klug, alles auf eine Karte zu setzen“, sagte er. „Wir müssen das gesamte Portfolio betrachten.“
Im November 2025 richtete die CNB ein Testportfolio in Höhe von einer Million Dollar ein, das Bitcoin, einen US-Stablecoin und eine tokenisierte Bankeinlage umfasst. Gleichzeitig lehnte EZB-Präsidentin Christine Lagarde die Idee ausdrücklich für die EZB und andere EU-Länder ab. Ihrer Ansicht nach sei Bitcoin nicht liquide, sicher oder zuverlässig genug für Zentralbankreserven.
Es handelt sich jedoch um einen Test. Das Testportfolio läuft über zwei Jahre und wird separat von den offiziellen Währungsreserven gehalten. Anschließend werden die Ergebnisse ausgewertet und Entscheidungen über die nächsten Schritte getroffen.
Michl erklärte gestern, dass eine Untersuchung der CNB im Februar zeigte, dass ein Modellportfolio mit nur 1 Prozent Bitcoin die erwartete Rendite steigert, während das Gesamtrisiko etwa gleich bleibt. Dies liegt daran, dass Bitcoin langfristig kaum mit traditionellen Anlagen wie Aktien, Anleihen und Gold korreliert.
„Wenn man eine solche Anlage hinzufügt, kann das gesamte Portfolio besser funktionieren. Die Rendite kann steigen und das Risiko bleibt ungefähr gleich“, erklärte Michl. Er verglich Bitcoin mit Risikokapital, jedoch mit deutlich höherer Liquidität.
Die Tschechische Nationalbank verwaltet etwa 180 Milliarden Dollar an Reserven, was etwa 44 Prozent des Bruttoinlandsprodukts entspricht. Damit verfügt Tschechien im Verhältnis zur Wirtschaft über einen der größten Reservestapel weltweit.
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