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Eine neue Untersuchung zur Privatsphäre bei beliebten KI-Chatbots sorgt für erhebliche Bedenken hinsichtlich der Verarbeitung von Nutzerdaten. Forscher fanden heraus, dass Plattformen wie ChatGPT, Claude, Grok und Perplexity unbemerkt Informationen mit externen Firmen wie Meta, Google und TikTok teilen.

Die Untersuchung wurde vom spanischen Forschungsinstitut IMDEA Networks Institute unter dem Namen LeakyLM durchgeführt. Der Bericht zeigt, dass verschiedene KI-Plattformen versteckte Tracker einsetzen, die Daten über Nutzer und deren Unterhaltungen sammeln. Tracker sind kleine Softwarekomponenten, die im Hintergrund Informationen darüber sammeln, was Nutzer auf einer Website oder in einer App tun, darunter Werbe-Cookies, Gesprächslinks und möglicherweise sogar Chat-Inhalte.

KI-Chatbots leiten Daten an Werbefirmen weiter

Die Forscher stellten fest, dass alle vier untersuchten KI-Chatbots mit externen Werbe- und Analysediensten kommunizieren. Insgesamt wurden über dreizehn verschiedene Tracker auf den Plattformen entdeckt.

Den Ergebnissen zufolge werden Nutzer darüber kaum informiert. Sobald jemand einen KI-Chat startet, senden integrierte Tracker automatisch Daten an externe Systeme, darunter von Meta und Google. Dazu gehören die besuchte Seite, Werbe-Identifikatoren, die eine Verfolgung der Nutzer durch Werbenetzwerke ermöglichen, Browserdaten und eindeutige Links zu den Unterhaltungen.

Ein zentraler Punkt der Untersuchung ist das sogenannte Gesprächs-URL-System: einzigartige Links, die auf einen bestimmten KI-Chat verweisen. Auf einigen Plattformen sind diese Links standardmäßig öffentlich zugänglich. Jeder mit dem richtigen Link kann die Unterhaltung einsehen, manchmal sogar ohne Konto oder Anmeldedaten.

Die Forscher warnen, dass dies ein ernstes Datenschutzproblem darstellt, wenn solche Links auch an Werbefirmen weitergeleitet werden. „Das Leaken einer URL kann einem vollständigen Gesprächs-Leak gleichkommen“, heißt es im Bericht der Forscher.

Grok von Musk schneidet am schlechtesten ab

Insbesondere Grok, der KI-Chatbot von Elon Musks xAI, zeigt sich laut Untersuchung als anfällig. Gastgespräche sind standardmäßig öffentlich einsehbar.

Zudem fanden die Forscher heraus, dass ein TikTok-Tracker über sogenannte Open-Graph-Daten möglicherweise Teile von Gesprächen empfangen konnte. Open-Graph-Daten werden normalerweise verwendet, um Vorschauen von Links in sozialen Medien zu generieren, wie das kleine Vorschaubild, das erscheint, wenn jemand einen Artikel auf Facebook teilt. Laut den Forschern könnte TikTok dadurch in einigen Fällen eine Art Screenshot oder Vorschau von KI-Gesprächen erhalten haben.

Auch ChatGPT und Claude teilen Daten

Obwohl ChatGPT von OpenAI und Claude von Anthropic strengere Datenschutzeinstellungen verwenden, übermitteln auch diese Plattformen Daten an externe Parteien. Bei ChatGPT handelt es sich unter anderem um Google Analytics und Werbe-Cookies. Claude soll Daten über die eigenen Server von Anthropic an mehrere Werbeplattformen weiterleiten, was es schwierig macht, manche Tracker mit einem Werbeblocker zu blockieren.

Perplexity hat mittlerweile reagiert und im vergangenen Monat den Tracker von Meta entfernt.

Kein Beweis, dass Gespräche tatsächlich gelesen werden

Die Forscher betonen, dass es keinen Beweis dafür gibt, dass Meta, Google oder TikTok tatsächlich KI-Gespräche einsehen oder speichern. Sie weisen jedoch darauf hin, dass die technische Möglichkeit dafür besteht. Zudem warnen sie, dass Datenschutzeinstellungen den Nutzern ein falsches Sicherheitsgefühl vermitteln können.

„Plattformen suggerieren manchmal einen stärkeren Schutz, als tatsächlich gegeben ist“, so das Fazit der Studie.

Tipps zum besseren Schutz der Privatsphäre

Die Forscher empfehlen Nutzern verschiedene Maßnahmen, um die Risiken zu minimieren. Bei Grok kann die Öffentlichkeit der Gespräche ausgeschaltet und geteilte Chat-Links gelöscht werden. Darüber hinaus können Nutzer nicht-essentielle Cookies ablehnen, Chats manuell auf privat setzen und möglichst wenige Tracking-Cookies akzeptieren.

Die Forscher planen, ihre Analyse bald auf andere KI-Plattformen wie Google Gemini, Microsoft Copilot und Meta AI auszuweiten. Die Ergebnisse wurden am 13. April 2026 bei der Datenschutzbehörde eingereicht. Bisher hat keines der betroffenen Unternehmen inhaltlich reagiert.

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