Die Kurse großer Kryptounternehmen standen gestern erneut deutlich unter Druck. Während mehrere bekannte Namen im Minus schlossen, nutzte das Investmenthaus ARK Invest den Rückgang bei Bullish, um für Millionen Dollar zusätzliche Aktien einzusammeln. Das wirft die Frage auf, ob der Fonds von Cathie Wood auf eine baldige Erholung setzt – oder ob er kauft, während der Markt noch tiefer wegsackt.
Bullish-Kauf im Wert von über 10 Millionen Dollar
Aus dem täglichen Handelsbericht geht hervor, dass die ARK Innovation ETF 191.195 Bullish-Aktien gekauft hat. Auch ARKW und ARKF bauten ihre Positionen aus – um 56.660 bzw. 29.208 Aktien. Insgesamt lag der Kaufwert bei über 10 Millionen Dollar. Die Käufe fielen mit einem Kursrückgang um 4,5 Prozent auf 36,75 Dollar zusammen; in den vergangenen sechs Monaten büßte die Aktie fast 46 Prozent ein.

Bemerkenswert ist, dass der Kauf unmittelbar vor den Zahlen zum dritten Quartal erfolgt, die morgen erwartet werden. Im zweiten Quartal erzielte Bullish einen Umsatz von 57 Millionen Dollar, 10 Millionen weniger als ein Jahr zuvor. Allerdings erwirtschaftete das Unternehmen einen Nettogewinn von 108,3 Millionen Dollar, während im Vorjahr noch ein Verlust von 116,4 Millionen Dollar stand.
Kryptomarkt erneut deutlich im roten Bereich
Der breitere Kryptomarkt tat sich gestern schwer. Mining-Unternehmen und andere kryptobezogene Firmen lagen nahezu durchweg im Minus. Marathon Digital verlor 4 Prozent, während auch Riot Platforms und CleanSpark tiefer schlossen. Das Bitcoin-Unternehmen (BTC) Strategy von Michael Saylor gab 2 Prozent nach und liegt über fünf Handelstage hinweg sogar 18 Prozent im Minus. Und das, obwohl es gestern erst einen der größten Bitcoin-Käufe seit Langem ankündigte – im Wert von fast 1 Milliarde Dollar.
Auch Circle, das früher in diesem Jahr an die Börse ging, wurde getroffen. Die Aktie gab mehr als 6 Prozent nach und verlor in der vergangenen Woche über 26 Prozent. Coinbase, die größte US-Krypto-Börse, fiel um 7 Prozent auf 263,95 Dollar.
Analysten sehen mögliche Bitcoin-Bodenbildung
Gleichzeitig setzt sich bei einigen Analysten die Einschätzung durch, dass Bitcoin möglicherweise nahe an einem Boden liegt. BitMine-Vorsitzender Tom Lee verweist auf die Nachwirkungen der Liquidationswelle vom 10. Oktober sowie die Unsicherheit über mögliche Zinssenkungen der Federal Reserve. Seiner Ansicht nach deuten technische Signale darauf hin, dass die Verkaufswelle an Kraft verliert.
Matt Hougan, CIO von Bitwise, schließt sich dem an. Er bezeichnete die aktuelle Handelsspanne von Bitcoin als „eine außergewöhnliche Chance“ für langfristige Anleger. Nach Hougans Einschätzung tragen unter anderem ETF-Abflüsse, Verkäufe großer Halter, geopolitische Spannungen, Sorgen um KI-Bewertungen und Unsicherheit über die US-Zollpolitik zur jüngsten Schwäche am Markt bei.
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