Ein US-amerikanisches Unternehmen, das Cannabis-Vapes verkauft, belohnt Nutzer mit Bitcoin (BTC). Das kalifornische Gudtrip verbindet Cannabiskonsum mit Krypto-Belohnungen, Punkten und täglichen Streaks. Eine bemerkenswerte Anwendung von Bitcoin, möchte man meinen. Gesundheitsexperten stehen der Kampagne jedoch kritisch gegenüber.
Experten warnen vor Gewöhnungseffekten
Auf der Website von Gudtrip lautet der Slogan: „Jeder Zug bringt Krypto.“ Nutzer können ein Vape mit einer App verbinden und so Punkte und Bitcoin-Belohnungen verdienen. Tägliches Einchecken kann die Belohnung laut Plattform um bis zu 200 Prozent steigern.
Nach Angaben von Forschern wirft dies ernsthafte Fragen auf. „Cannabiskonsum zu gamifizieren? Das klingt stark nach einem Ziel der Gewöhnung“, sagte Joshua Gowin von der University of Colorado Anschutz.
Auch Janna Cousijn von der Erasmus-Universität Rotterdam zeigt sich kritisch. „Eine Belohnung an einen Zug oder eine Rauchsession zu koppeln, verstärkt das Verhalten, was die Wahrscheinlichkeit von erhöhtem Gebrauch und sogar Abhängigkeit steigert“, sagte sie. Ihrer Meinung nach ist das Belohnungssystem daher „sehr gefährlich und unethisch“.
Gudtrip bestreitet Anreiz zu erhöhtem Konsum
Gudtrip behauptet, dass das Produkt nicht darauf abzielt, den Cannabiskonsum zu fördern. Laut einem Sprecher ist die Bitcoin-Belohnung Teil eines standardmäßigen Treueprogramms und nicht an Menge, Häufigkeit oder Dauer des Konsums gekoppelt.
Diese Erklärung steht im Widerspruch zur Vermarktung auf der Website. Dort steht, dass Nutzer Wert für das Netzwerk schaffen und einen Teil davon zurückerhalten. Gudtrip zeigt außerdem Beispiele für höhere Boni nach mehreren Tagen des Eincheckens.
In der Kryptobranche werden Punkte zudem oft als Vorläufer einer Tokenlancierung gesehen. Puffpaw, das Mutterunternehmen von Gudtrip, kündigte zuvor an, in Zukunft einen Token herausgeben zu wollen. Gudtrip betont jedoch, dass es keine Pläne für einen Token gibt, der mit diesem Produkt verbunden ist.
Die Diskussion spiegelt einen breiteren Trend wider, bei dem Krypto eingesetzt wird, um Konsumentenverhalten zu belohnen und zu gamifizieren. Bei einem Produkt wie Cannabis ist das besonders heikel.
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