Die fortlaufende Zunahme der Goldreserven in den BRICS-Ländern markiert eine deutliche Verschiebung im globalen Finanzsystem. Zentralbanken bauen ihre Goldbestände rapide aus, während der Anteil des US-Dollars an den weltweiten Reserven weiter abnimmt.
Zentralbanken setzen stark auf Gold
Aktuelle Daten zeigen, dass der Anteil des Goldes im Besitz der BRICS-Staaten von 11,2 Prozent der weltweiten Goldreserven im Jahr 2019 auf nunmehr 17,4 Prozent gestiegen ist. Gleichzeitig ist der Dollaranteil auf den niedrigsten Stand seit 1994 gesunken. Diese Entwicklung deutet auf eine strukturelle Umverteilung von Reserven hin, wobei Gold eine zentrale Rolle einnimmt.
Laut Analyst Michael Harris von der EBC Financial Group haben Zentralbanken in den letzten drei Jahren Rekordmengen an Gold gekauft. Seit 2022 flossen insgesamt über 3.000 Tonnen in die Staatskassen, mit Beteiligung von mehr als 40 Zentralbanken.
Die BRICS-Staaten besitzen mittlerweile über 6.000 Tonnen Gold. Russland, China und Indien haben dabei den größten Anteil. Allein in den ersten neun Monaten des Jahres 2025 fügten diese Länder 663 Tonnen hinzu, im Wert von rund 91 Milliarden Dollar.
Auffallend ist, dass diese Käufe kaum vom Preis abhängig sind. Harris betont: „Staaten kaufen weiterhin, ob Gold nun 4.000 oder 5.000 Dollar kostet.“ Damit unterstreichen Zentralbanken, dass Gold eine strategische Reserve und kein spekulatives Instrument ist.
Der Wendepunkt war 2022, als westliche Sanktionen zur Einfrierung von etwa 300 Milliarden Dollar russischer Reserven führten. Seitdem hat das Vertrauen in ausländische Währungsreserven abgenommen, und Gold, das physisch gelagert wird, ist attraktiver geworden.
Abnehmendes Vertrauen in den Dollar
Parallel zum Anstieg des Goldes nimmt die relative Bedeutung des US-Dollars als Reserve für Zentralbanken ab. IMF-Daten zeigen einen Rückgang von 71 Prozent im Jahr 1999 auf etwa 57 Prozent Ende 2025. Obwohl der Dollar dominant bleibt, wächst der Anteil alternativer Werte wie Gold und andere Währungen.
Laut einer Umfrage des World Gold Council erwarten 73 Prozent der Zentralbanken, dass der Dollaranteil weiter sinken wird. Zudem planen 43 Prozent, ihre Goldreserven zu erweitern.
Diese Entwicklung passt in einen breiteren Trend, bei dem Länder ihre Abhängigkeit von traditionellen Finanzsystemen verringern. In diesem Kontext wird auch zunehmend auf digitale Alternativen wie Bitcoin (BTC) geschaut, das wie Gold außerhalb der direkten Kontrolle von Regierungen liegt. Vorerst befindet sich Bitcoin in einer explorativen Phase innerhalb der Geldpolitik von Institutionen. Doch investieren einige Länder bereits aktiv in BTC.
Die Kombination aus strukturellen Goldkäufen und sinkendem Vertrauen in den Dollar weist auf einen grundlegenden Wandel hin. Zentralbanken wählen zunehmend Vermögenswerte, die weniger anfällig für geopolitische Risiken sind.
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