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Brasilien bereitet neue Maßnahmen vor, um mehr Kontrolle über den rasant wachsenden Kryptomarkt zu erlangen und ein erhebliches Haushaltsdefizit zu verringern. Das Finanzministerium arbeitet an der Einführung der IOF-Steuer, einer Abgabe auf internationale Kryptotransaktionen. Die Maßnahme zielt vor allem auf Stablecoins wie USDT, die zunehmend genutzt werden, um traditionelle Devisensteuern zu umgehen.
Laut Quellen, die mit Reuters gesprochen haben, ist die Steuer vor allem dazu gedacht, den Markt zu regulieren. Dennoch könnte die Maßnahme die Staatseinnahmen spürbar erhöhen, gerade jetzt, da der finanzielle Druck auf die Regierung zunimmt.
Der Kryptomarkt in Brasilien wächst rasant. In der ersten Hälfte des Jahres 2025 wurden Kryptowährungen im Wert von 227 Milliarden Reais (rund 42 Milliarden Dollar) gehandelt. Das entspricht einem Anstieg um 20 Prozent gegenüber dem gleichen Zeitraum des Vorjahres.
Stablecoins spielen dabei eine entscheidende Rolle. USDT war für fast zwei Drittel aller Transaktionen verantwortlich, während Bitcoin nur 11 Prozent des inländischen Handels ausmachte. Immer mehr Brasilianer nutzen Stablecoins nicht als Investment, sondern als Zahlungsmittel – was die Überwachung der Finanzströme erschwert.
Ab Februar tritt ein neues Regelwerk der Zentralbank in Kraft. Stablecoins und bestimmte andere digitale Vermögenswerte werden dann offiziell als Devisentransaktionen eingestuft. Die Regeln gelten unter anderem für:
Mit dieser Neuklassifizierung will Brasilien verhindern, dass Krypto zur Umgehung der Devisenregeln genutzt wird. Die Bundespolizei warnte bereits, dass der Import von Kryptowährungen den Staat jährlich mehr als 30 Milliarden Dollar kostet.
Die IOF-Steuer ist Teil einer umfassenderen Überarbeitung der Kryptoregeln. Die Zentralbank veröffentlichte die Resolutionen 519, 520 und 521, die einen neuen Rechtsrahmen für Anbieter von Krypto-Dienstleistungen bilden.
Nach diesen Regeln müssen Kryptobörsen, Verwahrer und Vermittler:
Internationale Transaktionen mit Stablecoins unterliegen damit denselben Regeln wie reguläre Devisentransaktionen. Das bedeutet: Verpflichtungen zur Kundenidentifizierung, Transaktionslimits und umfassendes Monitoring.
Die Zentralbank betont, dass sich fast 90 Prozent aller Kryptotransaktionen im Land auf Stablecoins beziehen. Das macht eine effektive Regulierung unerlässlich. Kryptounternehmen müssen daher in fortschrittliche Analysetools und Risikobewertungssysteme investieren, um den neuen gesetzlichen Vorgaben entsprechen zu können.
Mit der neuen IOF-Steuer und verschärften Regeln will Brasilien den Kryptomarkt stärker an die bestehende Finanzgesetzgebung angleichen. Die Regierung erhofft sich davon nicht nur höhere Einnahmen, sondern auch mehr Transparenz und Stabilität in der Branche. Für Nutzer und Unternehmen bedeutet dies, dass der Kryptomarkt in Brasilien immer weniger ein Freiraum ist und zunehmend Teil des regulären Finanzsystems wird.
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