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Die Börse Stuttgart hat einen bedeutenden Fortschritt in ihrer Mission erzielt, den europäischen Wertpapierhandel auf die Blockchain zu bringen. Die deutsche Börsengruppe hat die französische Société Générale und den Online-Broker flatexDEGIRO für ihre Abwicklungsplattform Seturion gewonnen. Damit rückt eine europäische Alternative zur fragmentierten Abwicklungslandschaft einen erheblichen Schritt näher.

Französische Bank plant Token-Ausgabe

Die französische Bank bringt ihre Turbos und Anlagezertifikate zu Seturion. Dabei handelt es sich um beliebte Börsenprodukte, mit denen Privatpersonen auf den Anstieg oder Fall von Aktien, Indizes oder Rohstoffen spekulieren können.

Diese werden nicht mehr traditionell über Banken und Verwahrstellen abgewickelt, sondern vollständig auf der Blockchain. Dadurch entfallen zahlreiche Zwischenhändler, was laut der Börse Stuttgart die Abwicklungskosten um bis zu 90 Prozent senken kann.

Die Abwicklung erfolgt über SG-Forge, den Krypto-Arm der französischen Bank. Diese Einheit verfügt über eine MiCA-Lizenz, das europäische „Passport“, mit dem ein Krypto-Emittent in der gesamten EU reguliert tätig sein darf. Eigene Stablecoins werden für die Transaktionen eingesetzt: EURCV in Euro und USDCV in Dollar.

FlatexDEGIRO schließt seinen Privatkundenstrom an die Plattform an. Der Online-Broker bedient 3,5 Millionen Kunden in 16 Ländern und integriert so den privaten Anleger in das Projekt.

Auch Nasdaq steigt ein

Auch die europäischen Handelsplattformen der Nasdaq schließen sich Seturion für den Handel mit tokenisierten Wertpapieren an. Diese Zusammenarbeit wurde im März angekündigt und nimmt jetzt weiter Gestalt an.

„Mit Seturion bauen wir das europäische Abwicklungsplattform für den gemeinsamen europäischen Kapitalmarkt“, sagt Matthias Voelkel, CEO der Börse Stuttgart Gruppe.

„Als offene Industrie-Lösung trägt Seturion dazu bei, die fragmentierte Abwicklungslandschaft Europas zu überwinden.“

Seturion startete im September 2025 und soll die separaten nationalen Systeme durch eine offene Infrastruktur ersetzen. Das Plattform arbeitet sowohl mit öffentlichen als auch privaten Blockchains und akzeptiert Zahlungen in Zentralbankgeld und On-Chain-Geld. In der Schweiz läuft das System bereits bei BX Digital, einer durch die FINMA regulierten Handelsplattform.

Warten auf deutsche Aufsichtsbehörde

Für die Europäische Union gibt es jedoch noch eine Hürde. Seturion hat eine Lizenz bei der deutschen Aufsichtsbehörde BaFin im Rahmen des DLT-Pilot-Regimes beantragt, dem europäischen Testregime für Blockchain-Wertpapiere. Diese Genehmigung steht noch aus.

Der Zeitplan passt in eine breitere europäische Initiative. Das Banken-Konsortium Qivalis, das an einem MiCA-konformen Euro-Stablecoin arbeitet, zählt nach dem Beitritt von 25 Banken aus 15 Ländern, darunter ABN AMRO, Rabobank, Nordea und Intesa Sanpaolo, inzwischen 37 Mitglieder. Dieser Euro-Stablecoin soll in der zweiten Hälfte des Jahres 2026 eingeführt werden.

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