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Mehr als 100.000 Transaktionen pro Sekunde: Dieses Ziel verfolgt BNB Chain mit einer neuen Blockchain. Das Netzwerk ist speziell für Hochfrequenzhandel und autonome KI-Agenten ausgelegt.
Trader, die ihre Krypto-Assets selbst verwahren, sollen damit künftig nahezu die Geschwindigkeit einer zentralisierten Börse erreichen.
BNB Chain zählt zu den größten Kryptonetzwerken der Welt und wurde 2020 von Binance, der größten Kryptobörse der Welt, aufgebaut. Die neue Blockchain ersetzt das bestehende Netzwerk nicht, sondern soll parallel dazu laufen.
Das bisherige Netzwerk bleibt damit weiter in Betrieb. Dort sind derzeit rund 5 Milliarden Dollar an Wert gebunden.
Auch dieses Netzwerk wird bereits beschleunigt. In der ersten Hälfte 2026 sank die Blockzeit von 750 auf 450 Millisekunden, während die Kapazität von rund 2.800 auf 5.200 Transaktionen pro Sekunde stieg.
Die neue Blockchain soll noch deutlich weiter gehen. Konkret zielt BNB Chain auf Transaktionen ab, die binnen 50 Millisekunden bestätigt werden, sowie auf Blöcke, die in weniger als einer Sekunde final sind.
Im Zentrum des Plans steht TxStream. Das System schafft den öffentlichen Mempool ab, also die Warteschlange, in der ausstehende Transaktionen vor ihrer Verarbeitung für alle sichtbar sind.
Stattdessen werden Transaktionen direkt an den Akteur geleitet, der den nächsten Block erstellt. Das verringert Verzögerungen und soll Front-Running verhindern, bei dem andere eine bevorstehende Transaktion erkennen und sich davor platzieren.
Nach Angaben von Technikchef David Z liegt der Schwerpunkt nun auf der Ausführung. „Alle Smart Contracts müssen heute direkt auf der Ausführungsebene optimiert werden“, sagt er. „Die Chains sind bei Konsens und Speicherung schneller geworden, doch die Ausführung selbst arbeitet noch immer, als würde sie Code Zeile für Zeile abarbeiten.“
Ein Testnet ist für Ende 2026 geplant, der vollständige Start, das sogenannte Mainnet, soll Anfang 2027 folgen.
Das neue Netzwerk soll von Beginn an KI-Anwendungen unterstützen und eingebaute Datenschutzfunktionen bieten. Zudem prüft BNB Chain Schutzmechanismen gegen Quantencomputer.
Diese könnten langfristig zu einem Risiko werden. Ein leistungsfähiger Quantencomputer wäre künftig möglicherweise in der Lage, die Verschlüsselung zu brechen, die Kryptowährungen heute schützt. Angreifer könnten schon jetzt verschlüsselte Daten sammeln, um sie später zu entschlüsseln.
BNB Chain will Nutzern ermöglichen, sich dagegen abzusichern, ohne ihre Wallet-Adresse ändern zu müssen. Diese Forschung steht allerdings noch am Anfang.
Künstliche Intelligenz wird zunehmend eingesetzt, um Aufgaben vollständig eigenständig zu erledigen. Während KI anfangs vor allem Fragen wie ein Chatbot beantwortete, kann sie inzwischen auch selbst Entscheidungen treffen und umsetzen.
Dafür kommen sogenannte KI-Agenten zum Einsatz: Software, die ein Ziel erhält, eigenständig Informationen sammelt und anschließend handelt, ohne dass ein Mensch jeden Schritt überwacht. Die Branche baut mit hohem Tempo an der dafür nötigen Infrastruktur.
Besonders im Handel schreitet die Entwicklung schnell voran. Der Markt für KI-Handelsplattformen wurde 2025 laut Precedence Research auf 13,52 Milliarden Dollar geschätzt und soll bis 2034 auf nahezu 70 Milliarden Dollar wachsen.
Die großen Anbieter haben in diesem Jahr jeweils eigene Werkzeuge für Agenten vorgestellt.
Binance brachte im März sieben vorgefertigte „Skills“ auf den Markt, unter anderem für Orderausführung und Risikoprüfung.
OKX startete in derselben Woche ein Toolkit für mehr als sechzig Blockchains.
Coinbase führte im vergangenen Monat spezielle Konten ein, mit denen KI-Agenten innerhalb vom Nutzer festgelegter Grenzen selbst handeln, Zahlungen ausführen und ein Portfolio verwalten können.
Der Vormarsch ist an manchen Stellen bereits deutlich sichtbar. Im Netzwerk von Solana (SOL) stammt der größte Teil des Handelsvolumens inzwischen von automatisierten Agenten statt von Menschen; bei stark nachgefragten Launches steigt der Anteil auf mehr als 70 Prozent.
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