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Der KI-Boom ist inzwischen so dominant, dass Bitcoin (BTC) Kapital an ihn verliert. Das sagt Robbie Mitchnick, Leiter Digital Assets beim Vermögensriesen BlackRock, in einem Interview mit Yahoo Finance.
Anleger stecken ihr Geld derzeit lieber in künstliche Intelligenz als in Bitcoin, Gold oder andere alternative Anlagen. Dennoch sieht Mitchnick einen Faktor, der den Coin bald wieder stärker in den Fokus rücken könnte.
Bitcoin hat es seit Oktober schwer, und das liegt laut Mitchnick nicht an der Kryptowährung selbst. Das Geld fließt einfach massenhaft in die KI.
„Seit Oktober war es eine schwierige Zeit für Bitcoin und den gesamten Kryptomarkt. Viele Trends, die nichts mit KI zu tun haben, haben zu dieser Situation beigetragen“, erklärt er. „Der KI-Hype saugt definitiv viel Sauerstoff aus dem Markt.“
Die US-Bitcoin-ETFs haben binnen zwei Monaten fast 5 Milliarden US-Dollar an Kapital verloren, und der Kurs der größten Kryptowährung liegt fast 50 Prozent unter dem Rekordhoch vom Oktober.
Auf den ersten Blick wirkt Bitcoin im Vergleich zum Aktienmarkt, der einen Rekord nach dem nächsten markiert, schwach. Doch dieses Bild kann täuschen.
Ohne den KI- und den Energiesektor läge der S&P 500, der Index der 500 größten US-Unternehmen, in diesem Jahr sogar im Minus. Das hat der Apollo-Ökonom Torsten Slok berechnet. Der Rest des Marktes gibt also ebenfalls nach.
Der Appetit auf KI ist überall sichtbar. Der Börsengang von SpaceX war stark überzeichnet: Die Nachfrage lag bei mehr als 280 Milliarden US-Dollar, während das Unternehmen 75 Milliarden anpeilte. Nach wenigen Tagen wurde Elon Musks Raumfahrt- und KI-Konzern mit fast 3 Billionen US-Dollar bewertet – obwohl er 2025 „nur“ 18,7 Milliarden US-Dollar Umsatz erzielte.
Auch private KI-Unternehmen sammeln Rekordsummen ein. OpenAI, der Entwickler von ChatGPT, wurde im März mit 852 Milliarden US-Dollar bewertet. Konkurrent Anthropic, das Unternehmen hinter dem Chatbot Claude, zog zuletzt mit 965 Milliarden vorbei. Beide schreiben noch Verluste und streben an die Börse.
Welche Aktien treiben den Aktienmarkt also nach oben? Grob gesagt zwei Gruppen, die beide eng mit KI verbunden sind.
Erstens die Chipkonzerne, allen voran Nvidia. Sie liefern die Hardware, auf der KI läuft, und profitieren vom Datacenter-Ausbau. Nvidia legte seit Ende 2022 um mehr als 1.300 Prozent zu.
Zweitens die Hyperscaler Microsoft, Alphabet und Amazon. Sie bauen die riesigen Rechenzentren für KI und investieren dafür Hunderte Milliarden.
Morgan Stanley schätzt, dass die Big-Tech-Unternehmen zwischen 2025 und 2028 rund 3 Billionen Dollar für Rechenzentren ausgeben werden. Allein im Jahr 2026 sind es über 800 Milliarden.
Doch nicht jeder glaubt an den Trend. In einer Umfrage der Bank of America bezeichneten 40 Prozent der Fondsmanager KI-Aktien als Blase – also als Markt, der weit über seinen realen Wert aufgebläht sei.
Mitchnick blickt dennoch weiter nach vorn. Der größte Trumpf für Bitcoin liegt seiner Ansicht nach in der steigenden US-Staatsverschuldung und den anhaltenden Haushaltsdefiziten.
„Je größer die Angst vor der Verschuldung und dem Risiko der Geldschöpfung ist, desto wichtiger ist dies letztendlich als fundamentaler Treiber für uns“, sagt er.
Die US-Schulden sind so groß geworden, dass es kaum einen Ausweg gibt, außer noch mehr Kredite aufzunehmen und Geld zu drucken. Und je mehr Geld hinzukommt, desto weniger ist ein Dollar wert.
Bei Bitcoin kann die Gelddruckmaschine nicht einfach so angestellt werden. Das Angebot ist auf 21 Millionen Coins festgelegt, ohne dass eine Zentralbank daran herumdoktern kann. Genau wie Gold bietet die digitale Währung eine Möglichkeit, aus dem schuldenbasierten Fiat-System auszusteigen.
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