Bitcoin (BTC) ist erstmals seit über drei Monaten unter die Marke von 80.000 $ gefallen. Der Kursrückgang erfolgt inmitten wachsender Unsicherheiten über die wirtschaftlichen Auswirkungen der von US-Präsident Donald Trump vorgeschlagenen Zölle.
Am 28. Februar fiel Bitcoin auf ein Tief von 78.444 $. Innerhalb von 24 Stunden verlor die Kryptowährung 8,8 %, was zu über 100 Millionen $ an liquidierten Long-Positionen führte, berichtet CoinGlass.
Bitcoin unter Druck
Seit Trumps Wahlsieg im November befand sich Bitcoin im Aufwärtstrend. Anleger spekulierten auf eine krypto-freundliche Politik, doch der jüngste Rückgang zeigt, dass Sorgen über breitere wirtschaftliche Folgen zunehmend ins Gewicht fallen. Analysten hatten eine starke Unterstützung bei 82.000 $ erwartet, doch der jüngste Ausverkauf macht einen weiteren Rückgang auf 70.000 $ wahrscheinlicher.
Mehrere Händler warnen, dass Bitcoin noch weiter fallen könnte. Der Krypto-Trader dmac schrieb auf X: „Dip-Käufer haben es schwer. Ich sehe 70.000 $ weiterhin als Ziel.“ Dieses Preisniveau wurde zuletzt am 5. November erreicht, kurz bevor Trumps Wahlumfragen einen starken Anstieg verzeichneten.
Unterdessen bleibt Trader Rager gelassen. Seinen 201.500 Followern auf X erklärte er, dass eine Korrektur in den unteren 70.000er-Bereich nicht ungewöhnlich sei. „In früheren Zyklen, selbst in Bullenmärkten, waren Korrekturen von 30 % bis 40 % normal“, so Rager.
Nur 10 % Chance auf eine Bitcoin-Reserve unter Trump?
Viele Investoren hatten gehofft, dass die US-Regierung unter Trump rasch eine strategische Bitcoin-Reserve aufbauen würde – einen staatlichen Bitcoin-Vorrat, der die USA vor Inflation und wirtschaftlicher Unsicherheit schützen könnte. Ende Januar lag die Wahrscheinlichkeit laut Polymarket noch bei fast 50 %, dass dies innerhalb der ersten 100 Tage von Trumps Präsidentschaft geschehen würde. Inzwischen ist diese Wahrscheinlichkeit jedoch auf nur noch 10 % gefallen.
Quelle: Polymarket
Der starke Rückgang dieser Prognose spiegelt die wachsenden Zweifel wider, ob es tatsächlich politische Maßnahmen zur Einführung von Bitcoin als strategisches Staatsvermögen geben wird. Während einige Krypto-freundliche Akteure in Trumps Umfeld, wie Senatorin Cynthia Lummis, weiterhin auf eine Bitcoin-Reserve drängen, gibt es seitens der Regierung bisher kaum konkrete Schritte in diese Richtung.
Trotz der Kursschwankungen bleiben große Finanzinstitute optimistisch gegenüber Bitcoin. Geoffrey Kendrick, Leiter der Digital Asset Research bei Standard Chartered, erw artet, dass Bitcoin 2024 die Marke von 200.000 $ erreichen könnte – und möglicherweise sogar 500.000 $ bis zum Ende von Trumps zweiter Amtszeit.
Seit Trumps Amtseinführung am 20. Januar, als Bitcoin ein Rekordhoch von 109.000 $ erreichte, ist die Kryptowährung um fast 28 % gefallen.
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