Der Bitcoin-Kurs scheint nach dem Absturz auf 80.000 Dollar langsam einen Boden zu finden. Dennoch sind die Analysten nicht so optimistisch, was eine nachhaltige Erholung angeht. Mit nur noch wenigen Handelstagen deutet das vierte Quartal 2025 darauf hin, das schwächste Jahresende seit 2018 zu werden, abgesehen von expliziten Bärenmärkten.
Erleichterung, keine Überzeugung
Laut Zahlen von CoinGlass liegt Bitcoin in diesem Quartal über 22 Prozent im Minus. Damit weicht 2025 stark vom historischen Muster ab, in dem das vierte Quartal oft zu den stärksten Perioden für die größte Kryptowährung gehörte.

Laut Analysten ist die zaghafte Aufwärtsbewegung jedoch kein Zeichen für neues Vertrauen. „Dies ist keine Erholung, sondern ein Versuch, von einer niedrigen Ausgangsposition aus zu wachsen“, sagt Alex Kuptsikevich, Chefmarktanalyst bei FxPro. Er betont, dass sich die Stimmung nur begrenzt verbessert hat. Der sogenannte Fear & Greed Index liegt bei etwa 25, was auf nachlassende Angst hindeutet, aber immer noch weit von einer echten Risikobereitschaft entfernt ist.
Markt bleibt anfällig
Bitcoin notiert noch immer rund 30 Prozent unter dem Höchststand von 2025 und liegt niedriger als zu Jahresbeginn. Versuche, die Jahresrendite Richtung null zu bringen, bieten laut Kuptsikevich wenig Halt. „Die Enttäuschung überwiegt nun die Euphorie, die zu Jahresbeginn vorherrschte“, so seine Einschätzung.
Diese Vorsicht wird durch den Handelsverlauf der vergangenen Wochen verstärkt. Anstiege, die während des asiatischen und europäischen Handels erzielt werden, werden oft wieder zunichtegemacht, sobald die US-Märkte öffnen. Dieses Muster zeigt, wie fragil die aktuelle Erholung ist.
Altcoins folgen, allerdings ohne Durchbruch
Auch andere große Kryptowährungen bewegen sich seitwärts. XRP, Ether, Solana und Cardano verbuchten leichte Gewinne, während einige Projekte weiterhin unter Druck stehen. Der breitere Markt zeigt damit keine klare Rotation oder neuen Trend, sondern eher eine abwartende Haltung.
Dieses Bild passt zu einem Markt, der von Müdigkeit nach Monaten fallender Kurse getrieben wird und nicht von der Überzeugung, dass eine neue Aufwärtsphase begonnen hat.
Historisch schwaches Jahresende
Historisch gesehen hat das vierte Quartal oft starke Renditen für Bitcoin gebracht. Gleichzeitig zeigen frühere Zyklen, dass in Zeiten knapper Liquidität und makroökonomischer Unsicherheit erhebliche Rückschläge auftreten können. 2025 scheint eher in diese letzte Kategorie zu fallen.
Mit einem Quartalsverlust von mehr als 22 Prozent zählt dieses Jahresende zu den schwächsten seit 2018. Solange es keine klare Verbesserung in der Liquidität, den makroökonomischen Bedingungen oder der Anlegerstimmung gibt, wird sich für Bitcoin wenig ändern.
Die jüngste Erholung in Richtung 90.000 Dollar bietet somit vor allem vorübergehende Erleichterung, aber noch kein überzeugendes Signal dafür, dass die Abwärtsphase endgültig vorbei ist.
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