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Bitcoin (BTC) zeigt sich von den neuen Spannungen im Nahen Osten bislang unbeeindruckt. Der Bitcoin-Kurs steht wieder über 64.000 Dollar, während die USA erneut iranische Militärziele angegriffen haben und die Lage rund um die Straße von Hormus unsicher bleibt.
Normalerweise setzen solche Schlagzeilen riskante Anlagen unter Druck. Erst recht, wenn der Ölpreis steigt und Anleger befürchten, dass ein Konflikt die weltweite Energieversorgung beeinträchtigt.
Bislang reagiert der Markt jedoch vergleichsweise ruhig. Brent-Öl fiel wieder in Richtung 76 Dollar je Barrel, Aktien erholen sich etwas, und vor allem Bitcoin legt weiter zu.

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Anleger schauen heute vor allem auf den Ölmarkt. Das ist nachvollziehbar. Die Straße von Hormus zählt zu den wichtigsten Energierouten der Welt. Wird diese Route über längere Zeit gestört, kann sich das unmittelbar im Ölpreis niederschlagen.
Für die US-Notenbank ist der heutige Ölpreis allerdings nicht das einzige Problem. Die Fed blickt vor allem auf das breitere Inflationsbild. Bleibt Energie länger teuer, steigen Transportkosten, Produktionskosten und am Ende möglicherweise auch die Verbraucherpreise. Die Inflation könnte dadurch hartnäckiger werden, als Anleger hoffen.
Genau hier liegt der Konflikt. Der Markt möchte geopolitischen Stress als vorübergehendes Risiko einordnen. Die Fed muss dagegen prüfen, ob dieser Stress die Inflation erneut anheizt.
Aus den jüngsten Protokollen der US-Notenbank geht hervor, dass der weitere Zinspfad alles andere als klar ist.
Mehrere Währungshüter rechnen mit einem Szenario, in dem die Zinsen erneut steigen müssen. Nicht nur wegen des Ölpreises, sondern auch aufgrund von Importzöllen und der enormen Investitionswelle rund um künstliche Intelligenz.
KI gilt bei Anlegern vor allem als Treiber für Gewinnwachstum. Unternehmen investieren Hunderte Milliarden Dollar in Rechenzentren, Chips, Strom und Infrastruktur. Das stützt die Konjunktur und hilft den Aktienmärkten.
Für die Fed hat derselbe KI-Boom jedoch auch eine Kehrseite. Höhere Investitionen bedeuten eine stärkere Nachfrage nach Kapital, Arbeitskräften, Energie und Rohstoffen. Das kann die Wirtschaft robust halten, aber auch den Inflationsdruck verlängern.
So entsteht ein bemerkenswertes Paradox. Was Aktien und Wachstum stützt, kann für Zinssenkungen zur Belastung werden.
Für Bitcoin lautet die wichtigste Frage daher nicht nur, was Iran tut oder wo Brent morgen notiert. Die eigentliche Bewährungsprobe liegt am US-Anleihemarkt.
Wenn Anleger überzeugt sind, dass die Fed ihre Geldpolitik nicht weiter straffen muss, könnten vor allem die Renditen kurzlaufender US-Anleihen sinken. Das wäre günstig für Bitcoin, weil niedrigere Zinsen riskanten Anlagen in der Regel mehr Spielraum geben.
Beginnt der Markt dagegen, eine höhere Inflation einzupreisen, kann sich das Bild schnell drehen. Dann steigen die Renditen erneut, und die Erholung von Bitcoin wird anfälliger.
In diesem Szenario ist nicht der Krieg selbst das Problem, sondern die Reaktion der Notenbank auf seine Folgen.
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