Der Goldpreis ist erneut auf ein Rekordhoch gestiegen, während Bitcoin (BTC) seit Monaten kaum Bewegung zeigt. Analysten erkennen darin eine bemerkenswerte Verschiebung: Edelmetalle verzeichnen einen massiven Kursanstieg, während der Kryptomarkt stockt.
Gold legt zu, Bitcoin bleibt zurück
In den vergangenen 24 Stunden stieg der Goldpreis um zweieinhalb Prozent auf 4.950 Dollar pro Unze. Auch Silber verzeichnete kräftige Gewinne und kletterte um 3,7 Prozent auf 98 Dollar. Demgegenüber fiel der Bitcoin-Kurs um 0,4 Prozent auf 89.500 Dollar. Das liegt 30 Prozent unter dem Allzeithoch vom Oktober letzten Jahres.
Jim Bianco von Bianco Research sieht darin kein Zufall. In einem Beitrag auf X erklärt er, dass Ankündigungen zur Adoption ihre Wirkung verloren haben. „Die Ankündigungen zur Adoption zeigen keinen Effekt mehr“, schreibt er. „Es braucht ein neues Thema, und das sehe ich noch nicht.“
Gold und Bitcoin werden oft als Absicherung gegen Inflation betrachtet. Doch zeigen jüngste Marktbewegungen, dass Gold besser abschneidet. Seit November 2024 ist der BTC-Kurs nahezu konstant, während Gold um 83 Prozent stieg. Silber hat sich sogar mehr als verdoppelt. Auch die Aktienmärkte zeigten deutliche Gewinne.
Bloomberg-Analyst sieht gesunde Pause für Bitcoin
Eric Balchunas, ETF-Experte bei Bloomberg, hat eine andere Sichtweise. Seiner Meinung nach durchläuft Bitcoin eine gesunde Korrektur nach einem außergewöhnlichen Anstieg. Nach dem Krypto-Winter 2022, in dem der BTC-Kurs unter 16.000 Dollar lag, stieg der Preis bis zu einem Höchststand von 126.000 Dollar im Oktober letzten Jahres.
„Bitcoin legte in zwanzig Monaten über 300 Prozent zu“, sagt Balchunas. „Man kann nicht erwarten, dass ein solcher Anstieg ohne Unterbrechung weitergeht.“
Außerdem nutzen langfristige Investoren nun die Gelegenheit, Gewinne mitzunehmen. Einige Halter verkauften nach mehr als zehn Jahren ihre Coins, darunter ein Investor, der im vergangenen Juli Bitcoin im Wert von über 9 Milliarden Dollar verkaufte. Balchunas bezeichnet dies als ‚stilles IPO‘.
Dennoch glaubt er nicht, dass der Glanz von Bitcoin verblasst. Im November 2024 lag der BTC-Kurs noch 122 Prozent über dem Vorjahresniveau. „Die aktuelle Erholung bei Edelmetallen fühlt sich wie ein Nachholbedarf an“, so Balchunas.
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