Bitcoin (BTC) legte am Montag um 3,7 % zu und erreichte mehr als 74.400 USD. Damit schlägt die Kryptowährung erneut traditionelle sichere Häfen. Während Gold diesen Monat etwa 5 % verlor, befindet sich Bitcoin mit einem Plus von über 12 % im Aufwind. Auch Ethereum (ETH) sprang um fast 7 % nach oben, Solana (SOL) legte rund 6 % zu und XRP (XRP) gewann fast 5 %.

Bitcoin schlägt Gold

Dies stellt eine bemerkenswerte Verschiebung dar. In früheren geopolitischen Krisen flüchteten Anleger meist in Gold. Jetzt entscheidet sich eine wachsende Gruppe für Bitcoin. Caroline Mauron, Mitbegründerin von Orbit Markets, zufolge bleibt die Stimmung in Bezug auf Krypto trotz des Krieges im Nahen Osten positiv.

Laut ihr wird ein Durchbruch über 75.000 USD immer wahrscheinlicher. Sowohl Privatanleger als auch strategische Käufer scheinen überzeugt, dass die größte Korrektur auf dem Kryptomarkt vorbei ist.

Institutionelles Kapital kehrt zurück

Diese Überzeugung wird durch harte Zahlen untermauert. In der vergangenen Woche flossen mehr als 760 Millionen USD in amerikanische Spot-Bitcoin-ETFs, das dritte Plus in Folge. Insgesamt wurden diesen Monat rund 1,3 Milliarden USD investiert.

Auffällig ist, dass 78 % davon in BlackRocks IBIT flossen. Analysten deuten dies als Zeichen für überzeugte, langfristige Investitionen anstelle kurzfristiger Spekulationen. Wenn ein Fonds derart dominant bei den Zuflüssen ist, bedeutet dies in der Regel, dass große institutionelle Anleger bewusst Positionen aufbauen.

Vom Spekulationsobjekt zur Makroabsicherung

Es zeichnet sich ein Wandel in der Wahrnehmung von Bitcoin durch Investoren ab. Während die Coin lange Zeit als rein spekulativ angesehen wurde, zeigt sich BTC in den letzten Wochen zunehmend als Absicherung in unsicheren Zeiten. Heute war dies erneut sichtbar: Während der Bitcoin-Kurs weiter stieg, sank der Ölpreis leicht, nachdem Trump andere Länder zur Unterstützung bei der Wiederöffnung der Straße von Hormus aufgerufen hatte.

Normalerweise verkaufen Anleger riskante Anlagen wie Krypto in Zeiten von Kriegen und steigenden Ölpreisen. Dass Bitcoin das Gegenteil macht, passt genau zu der Erzählung, die Bitcoin-Befürworter seit Jahren propagieren. Ob dies ein Wendepunkt oder eine vorübergehende Ausnahme ist, wird sich in den kommenden Wochen zeigen.

Zwei Szenarien: 100.000 USD oder 60.000 USD

Jeff Mei, Chief Operating Officer der Krypto-Börse BTSE, betont, dass die weitere Entwicklung stark vom Verlauf des Iran-Konflikts abhängt. Sollten die Spannungen schnell nachlassen, könnte Bitcoin relativ zügig die 100.000 USD-Marke überschreiten. Zieht sich der Konflikt jedoch hin und eskalieren die wirtschaftlichen Auswirkungen, schließt er einen Rückgang auf 60.000 USD nicht aus.

Zunächst setzt der Markt auf Optimismus. Doch mit einer Fed-Sitzung in dieser Woche, Ölpreisen über 100 USD und einem sich ausweitenden Konflikt im gesamten Persischen Golf könnte sich die Stimmung schnell ändern.

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