Der Wert des Kapitals, das tatsächlich im Bitcoin-Netzwerk steckt, ist in der vergangenen Woche um mehr als 8 Milliarden Dollar gestiegen. Dennoch bleibt der Kursanstieg verhalten, weil die Zuflüsse aus ETFs und von Großkäufern wie dem Unternehmen Strategy von Michael Saylor in den letzten Wochen versiegt sind. Das geht aus Daten von CryptoQuant hervor.
Laut der Analyse steigt die sogenannte ‚realized cap‘ von Bitcoin – der Gesamtwert aller Coins zu dem Preis, zu dem sie zuletzt bewegt wurden – auf 1,1 Billionen Dollar. Das deutet auf eine deutliche Zunahme der Aktivität unter Anlegern und Minern hin, trotz der seit dem Crash von 19 Milliarden Dollar Anfang Oktober vorherrschenden negativen Stimmung.
ETFs und Strategy halten sich zurück
CryptoQuant-Gründer Ki Young Ju schreibt, dass die jüngsten Zuflüsse vor allem von Unternehmen mit einer Bitcoin-Treasury und von börsengehandelten Fonds (ETFs) kommen. Seiner Ansicht nach ist der Motor der Erholung jedoch noch nicht wirklich angesprungen.
„Die Nachfrage wird derzeit hauptsächlich von ETFs und Strategy getragen“, so Ju. „Beide haben ihre Käufe zuletzt jedoch gedrosselt. Ziehen diese beiden Kanäle wieder an, dürfte das Marktmomentum zurückkehren.“
Bitcoin notiert derzeit bei rund 107.500 Dollar, während der sogenannte realized price, der durchschnittliche Einstandspreis aller im Umlauf befindlichen Bitcoin, inzwischen über 110.000 Dollar liegt. Das bedeutet, dass das Netzwerk in der Summe profitabler wird, die externe Zufuhr frischen Kapitals jedoch zurückbleibt.
Miner expandieren trotz Schwäche
Gleichzeitig nimmt die Aktivität unter Bitcoin-Minern weiter zu. Die Hashrate, ein Maß für die Rechenleistung des Netzwerks, steigt stetig – und das ist laut Ju ein langfristig positives Signal.
„Die wachsende Hashrate ist ein klar bullisches Zeichen für die weitere Entwicklung des Bitcoin-Ökosystems“, so der Analyst.

In der Mining-Branche wird kräftig investiert. So hat das Unternehmen American Bitcoin, das Verbindungen zur Familie Trump hat, seine Flotte jüngst um 17.280 neue Mining-Chips im Wert von 314 Millionen Dollar erweitert.
Stimmung bleibt schwach
Trotz der gestiegenen Aktivität bleibt die Stimmung unter Anlegern gedrückt. Laut dem Fear & Greed Index von Alternative.me befindet sich der Markt weiterhin in der Angst-Zone – ein Hinweis darauf, dass Privatanleger nach der scharfen Korrektur Anfang Oktober zurückhaltend bleiben.
Selbst das Handelsabkommen, das Präsident Donald Trump und Chinas Staatschef Xi Jinping am Wochenende schlossen, sorgte für keinen spürbaren Stimmungsumschwung.
Analysten sehen 140.000 Dollar als mögliches Ziel
Dennoch sehen Marktstrategen bei der Kryptobörse Bitfinex weiterhin Raum für Optimismus. Ihrer Ansicht nach könnten neue Zuflüsse in ETFs den Bitcoin-Kurs im November in Richtung 140.000 Dollar treiben.
„Unser Basisszenario ist, dass Bitcoin in Richtung 140.000 Dollar steigt; gesamte ETF-Zuflüsse zwischen 10 und 15 Milliarden Dollar wären nicht überraschend“, so die Analysten.
Als Katalysatoren für einen solchen Anstieg nennen sie vor allem Zinssenkungen durch die Federal Reserve, erneute Zuflüsse in ETFs und die übliche saisonale Stärke im vierten Quartal.
Zugleich warnen sie, dass die Risiken bestehen bleiben, vor allem mit Blick auf Handelstarife und geopolitische Spannungen.
Ein Markt, der auf Richtung wartet
Unterm Strich zeigen die Onchain-Daten, dass das Bitcoin-Netzwerk wächst, neues Geld von institutionellen Investoren jedoch ausbleibt. Solange Fonds und Großkäufer wie Strategy ihre Käufe nicht wieder aufnehmen, bleibt die Erholung fragil.
Ob das „Bitcoin money vessel,“ wie Ki Young Ju es nennt, seine volle Kraft wiederfindet, hängt von einem Faktor ab: ob Vertrauen – und Liquidität – zurückkehren.
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