Bitcoin (BTC) hat in kurzer Zeit erheblich an Wert verloren. Der Bitcoin-Kurs fiel von etwa 82.000 Dollar auf 76.800 Dollar, ein Rückgang von mehr als sechs Prozent innerhalb weniger Tage. Nach dem starken Kursanstieg von 60.000 Dollar mag das auf den ersten Blick wie eine normale Korrektur erscheinen.
Doch unter der Oberfläche wird der Markt zunehmend nervöser.
Verschiedene wichtige Marktindikatoren zeigen gleichzeitig bearishe Signale. Sie deuten darauf hin, dass Anleger mit einem möglichen weiteren Rückgang des Bitcoin-Kurses rechnen.

Abflüsse aus Bitcoin-ETFs beschleunigen sich
Anleger ziehen in hohem Tempo Geld aus den amerikanischen Spot-Bitcoin-ETFs ab. Laut Daten von Newsbit flossen seit dem 7. Mai über 1,5 Milliarden Dollar aus den elf Fonds ab.
Allein am Montag zogen Anleger etwa 648 Millionen Dollar aus den ETFs ab, das höchste Tagesminus seit Ende Januar. Auffällig ist, dass dies bereits das zweite Mal innerhalb einer Woche war, dass der Abfluss über 600 Millionen Dollar lag. Bereits in der Vorwoche wurden über 635 Millionen Dollar aus den Fonds abgezogen.
Damit sind die Zuflüsse vom Anfang Mai vollständig ausgelöscht. Seit dem 1. Mai ergibt sich per Saldo ein Abfluss von fast 400 Millionen Dollar.
Analysten sehen darin ein wichtiges Warnsignal. Bei normalen Korrekturen bleiben große institutionelle Anleger oft relativ ruhig. Der aktuelle Abfluss zeigt jedoch, dass auch professionelle Akteure ihre Risiken schnell reduzieren.
Aggressive Verkaufsorders dominieren den Markt
Ein weiteres wichtiges Warnsignal liefert das sogenannte Cumulative Volume Delta, ein Indikator, der zeigt, ob Käufer oder Verkäufer die Kontrolle über den Markt haben.
Dieser Maßstab bezieht sich speziell auf aggressive Marktorders. Schießt der Indikator tief ins Minus, bedeutet das, dass Verkäufer aktiv ihre Bitcoin zu den höchsten Geboten verkaufen, anstatt geduldig auf bessere Preise zu warten.
Genau das passiert derzeit sowohl auf dem Spotmarkt als auch auf dem Futuresmarkt.
Auf großen Spotbörsen drehte der Indikator während der jüngsten Verkaufswelle von plus 16,9 Millionen Dollar auf minus 126,2 Millionen Dollar. Laut dem Forschungsunternehmen Glassnode deutet dies auf eine klare Wende hin zu aggressivem Verkaufsdruck.
Auch auf dem Perpetual-Futuresmarkt verschlechterte sich das Bild rasch. Dort fiel der Indikator auf minus 368,5 Millionen Dollar, was zeigt, dass auch Hebeltrader massenhaft aussteigen. Analysten zufolge bestätigt dies, dass der Verkaufsdruck momentan breit über den gesamten Markt verteilt ist.
Anleger sichern sich gegen weiteren Rückgang ab
Auch am Optionsmarkt wächst die Nervosität rund um Bitcoin. Händler zahlen zunehmend mehr für Schutz gegen weitere Kursrückgänge, ein Zeichen dafür, dass viele Anleger mit einer längeren schwachen Phase für den Markt rechnen.
Vor allem sogenannte Put-Optionen werden beliebter. Das sind Derivate, mit denen Anleger sich gegen fallende Kurse absichern können. Gleichzeitig werden Call-Optionen, die auf Kurssteigerungen setzen, relativ weniger attraktiv.
Laut Daten von Glassnode stieg das sogenannte Options-Delta-Skew von 10,9 Prozent auf 14,4 Prozent. Das mag wie eine kleine Bewegung erscheinen, gilt in der Optionswelt jedoch als klare Verschiebung in Richtung Angst und Vorsicht.
„Dieser Anstieg zeigt, dass Anleger größere Abwärtsrisiken für Bitcoin sehen“, so die Analysten von Glassnode.
Wenn professionelle Händler bereit sind, extra für Schutz gegen Kursverluste zu zahlen, ist das oft ein Signal dafür, dass sie erwarten, dass die Unruhe am Markt noch nicht vorbei ist.
Analysten schauen auf Unterstützung bei 76.000 Dollar
Insgesamt zeichnen diese Signale ein zunehmend schwächeres Bild für den Bitcoin-Kurs. Nicht nur der Kryptomarkt wirkt nervös, auch auf traditionellen Finanzmärkten nimmt die Risikoscheu durch steigende Zinsen, geopolitische Spannungen und Sorgen über Inflation zu.
Analysten zufolge liegt die erste wichtige Unterstützungszone nun bei etwa 76.000 Dollar. Wenn dieses Niveau bricht, richten Händler ihren Blick auf die breitere Zone zwischen 74.000 und 75.000 Dollar als mögliches nächstes Gebiet, wo Käufer wieder einsteigen könnten.
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