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Der Bitcoin-Kurs steht erneut unter Druck und ist in dieser Woche wieder unter die Marke von 61.000 US-Dollar gefallen. Damit setzt die größte Kryptowährung ihren Abwärtstrend fort – an der Wall Street fällt der Einbruch mancherorts jedoch noch deutlicher aus. Aktien von Unternehmen, deren Geschäft stark von Bitcoin abhängt, verlieren oft mehr an Boden als der Coin selbst.
Analysten führen die Verkaufswelle auf ein Zusammenspiel mehrerer Faktoren zurück. Anleger stellen sich auf eine straffere Zinspolitik der US-Notenbank ein, zugleich sind Milliarden US-Dollar aus Spot-Bitcoin-ETFs abgeflossen. Parallel zieht das rasante Wachstum der Künstlichen Intelligenz zunehmend Kapital aus dem Kryptosektor ab.
Wurde Bitcoin früher vor allem von Privatanlegern getragen, wird der Markt heute immer stärker von institutionellen Investoren geprägt.
Analysten der Deutschen Bank verweisen auf die anhaltenden Abflüsse aus Spot-Bitcoin-ETFs. In den vergangenen Wochen zogen Anleger Milliarden US-Dollar aus diesen Fonds ab – das erhöht den Druck auf den Markt zusätzlich.
Hinzu kommt eine deutlich veränderte Zinsperspektive. Während zuvor Zinssenkungen eingepreist wurden, erwarten einige Ökonomen inzwischen, dass die Federal Reserve die Zinsen länger hoch hält. Höhere Zinsen machen sichere Anlagen wie Anleihen attraktiver, wodurch riskantere Assets wie Bitcoin (BTC) an Boden verlieren.
Nach Einschätzung der Deutschen Bank verhält sich Bitcoin damit zunehmend wie ein klassisches Risiko-Asset. Wenn institutionelle Anleger ihre Positionen reduzieren, folgt der Kurs häufig schnell.
Ein weiterer Faktor, der Marktbeobachtern zufolge eine Rolle spielt, ist die massive Investitionswelle rund um Künstliche Intelligenz.
Große US-Technologiekonzerne investieren Hunderte Milliarden US-Dollar in neue KI-Infrastruktur. Damit entsteht Konkurrenz um dasselbe Anlagekapital, das zuvor in Technologieaktien und Krypto geflossen ist.
Die jüngste Verkaufswelle an der Nasdaq zeigt, wie eng diese Märkte inzwischen miteinander verflochten sind. Als Technologiewerte in dieser Woche unter Druck gerieten, bekam auch Bitcoin unmittelbar einen Dämpfer.
Am stärksten geraten derzeit börsennotierte Unternehmen unter Druck, die ihre Strategie eng an Bitcoin gekoppelt haben.
Das bekannteste Beispiel ist Strategy, das Unternehmen von Michael Saylor, das über Jahre für seine aggressiven Bitcoin-Käufe bekannt war. Die Aktie gab in den vergangenen Handelstagen deutlich nach, nachdem bekannt wurde, dass das Unternehmen erstmals seit Jahren einen Teil seiner Bitcoin verkauft hat.

Für viele Anleger kam das überraschend. Strategy hatte sich lange als Unternehmen positioniert, das Bitcoin ausschließlich kauft und nie verkauft. Dieses Image bekam einen deutlichen Kratzer, als der Konzern dennoch beschloss, einen Teil seiner Bestände zu liquidieren.
Auch andere Unternehmen mit großen Bitcoin-Reserven gerieten unter Druck. Strive, die von Vivek Ramaswamy unterstützte Investmentfirma, verzeichnete Kursverluste, nachdem sie einen großen Bitcoin-Kauf zu einem Durchschnittspreis bekannt gegeben hatte, der über dem aktuellen Marktwert liegt.
Die Schwäche beschränkt sich nicht auf Unternehmen, die Bitcoin in ihrer Bilanz halten.
Auch die Kryptobörse Coinbase und der Stablecoin-Emittent Circle gaben nach. Das unterstreicht, dass Anleger derzeit nahezu den gesamten Kryptosektor kritisch bewerten.
Vorerst scheint der Markt vor allem auf neue Signale der Federal Reserve und eine Stabilisierung der Kapitalströme in Richtung Bitcoin-ETFs zu warten. Solange institutionelle Anleger auf der Verkäuferseite bleiben, dürfte der Druck sowohl auf den Bitcoin-Kurs als auch auf Krypto-Aktien anhalten.
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