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Der Bitcoin-Kurs ist zum Handelsstart an den US-Börsen deutlich unter Druck geraten und auf 58.700 Dollar gefallen. Auch Strategy, der weltweit größte Bitcoin-Halter unter den Unternehmen, musste an der Wall Street erneut kräftige Verluste hinnehmen.
Gegen Mittag fiel der Bitcoin-Kurs um mehr als drei Prozent auf 58.700 Dollar. Damit rutschte BTC in diesem Monat bereits zum zweiten Mal unter die Marke von 60.000 Dollar.
Nach Einschätzung einer wachsenden Zahl von Analysten fällt es Bitcoin zunehmend schwer, frisches Kapital anzuziehen, weil Anleger ihr Geld lieber in den stark wachsenden KI-Sektor stecken. Ein neues Beispiel dafür ist der geplante US-Börsengang des südkoreanischen Chipkonzerns SK Hynix, der knapp 30 Milliarden Dollar einsammeln will. Auch Unternehmen wie SpaceX und andere KI-Akteure stehen derzeit stark im Fokus der Investoren.
Der Milliardär und Hedgefondsmanager Philippe Laffont beobachtet dieselbe Entwicklung. Gegenüber CNBC sagte er, er blicke inzwischen mit etwas größerer Sorge auf die Zukunft von Bitcoin. Aus seiner Sicht haben Anleger heute mehr attraktive Wachstumsthemen zur Auswahl, darunter SpaceX und KI-Unternehmen. Zudem habe der Aufstieg von Stablecoins die Sonderstellung von Bitcoin als alternatives Finanzsystem teilweise geschwächt.
Der KI-Hype ist jedoch nicht der einzige Grund, warum der Bitcoin-Kurs unter Druck steht. Auch die Probleme bei Strategy (MSTR), dem weltweit größten Bitcoin-Halter unter den Unternehmen, belasten die Marktstimmung zunehmend. Die Aktie verlor am Mittwoch erneut mehr als sieben Prozent und fiel unter 88 Dollar. Damit notiert sie auf dem niedrigsten Stand seit März 2024. In den vergangenen vier Wochen ist der Börsenwert um mehr als 45 Prozent gesunken.

Strategy gilt als Pionier jener Unternehmensstrategie, bei der überschüssige Liquidität in Bitcoin umgeschichtet wird. In früheren Bullenmärkten sorgten die milliardenschweren Investitionen des Unternehmens regelmäßig für zusätzliche Nachfrage und machten Strategy zu einem wichtigen Treiber des Bitcoin-Kurses.
Seit Anfang Juni hat sich die Stimmung jedoch vollständig gedreht. Zu diesem Zeitpunkt gab Strategy bekannt, erstmals seit 2022 einen Teil seiner Bitcoin verkauft zu haben. Damit rückte das Unternehmen von der bekannten „Buy and never sell“-Philosophie ab, mit der Mitgründer und Verwaltungsratschef Michael Saylor jahrelang verbunden wurde. Dieser Kurswechsel hat das Vertrauen der Anleger sichtbar belastet.
Auch die bevorzugten STRC-Aktien von Strategy stehen weiter unter Druck. Diese Aktien, die eigentlich um die Marke von 100 Dollar handeln sollen, fielen heute auf ein neues Tief von 75 Dollar.

Über diese Finanzierungsstruktur nahm Strategy in diesem Jahr Milliardenbeträge für weitere Bitcoin-Käufe auf. Dem steht inzwischen allerdings eine jährliche Dividendenverpflichtung von rund 1,7 Milliarden Dollar gegenüber.
Analysten sehen vorerst dennoch kein akutes Risiko, dass Strategy zu weiteren Bitcoin-Verkäufen gezwungen wird. Das Unternehmen stockte seine Kassenposition die dritte Woche in Folge um rund 300 Millionen Dollar auf. Damit verfügt es nun über liquide Mittel von etwa 1,4 Milliarden Dollar.
Nach Einschätzung von Vetle Lunde, Research-Chef bei K33, kann Strategy mit der aktuellen Kassenposition voraussichtlich noch rund zehn Monate lang seine Dividendenverpflichtungen bedienen, selbst ohne zusätzliche Finanzierung. Das verschafft dem Unternehmen vorerst genügend Spielraum, um an seiner Bitcoin-Strategie festzuhalten.
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