Der Bitcoin-Kurs (BTC) ist unter 109.000 Dollar gefallen. Zwar hat sich Bitcoin etwas erholt, doch laut Glassnode zeigen sich Ermüdungserscheinungen am Markt. Sollten wir besorgt sein?
Erschöpfungszeichen bei Bitcoin
Laut Glassnode haben Langzeitinvestoren in der letzten Zeit insgesamt 3,4 Millionen Bitcoin mit Gewinn verkauft. Gleichzeitig fließt weniger neues Kapital in die amerikanischen Bitcoin-ETFs. Diese Kombination deutet nach Angaben des Unternehmens auf eine Erschöpfungsphase hin.
Auf der Kryptobörse Coinbase fiel Bitcoin am Donnerstagabend auf 108.700 Dollar, den niedrigsten Stand seit vier Wochen. Damit brach der Kurs ein wichtiges Unterstützungsniveau bei etwa 112.000 Dollar. Anfang des Monats lag der Preis kurzzeitig bei 107.500 Dollar, doch dieses Niveau wurde bisher nicht wieder erreicht.
Markus Thielen vom Forschungsinstitut 10x Research warnt, dass eine neue Verkaufswelle entstehen könnte, wenn Stop-Loss-Orders ausgelöst werden. „Viele Anleger setzen auf eine Rally im vierten Quartal. Die größte Überraschung wäre jetzt eine Korrektur,“ sagt er.
Abkühlungsphase in Sicht
Glassnode weist darauf hin, dass das Verhältnis von realisierten Gewinnen zu Verlusten in diesem Zyklus dreimal über 90 Prozent lag. In früheren Marktzyklen fiel dies mit Kursgipfeln zusammen. „Die Wahrscheinlichkeit einer Abkühlungsphase ist groß,“ so das Unternehmen.

Auch andere Indikatoren zeigen ein gemischtes Bild. Das sogenannte Spent Output Profit Ratio (SOPR) liegt bei 1,01. Das bedeutet, dass einige Anleger bereits mit Verlust verkaufen, ein Zeichen für Marktdruck. In Bullenmärkten kann ein Abfall unter 1 ein Vorbote für eine Erholung sein, in Bärenmärkten deutet es oft auf weiteren Abwärtsdruck hin.
Der Indikator, der das unrealisierte Ergebnis von Kurzzeitinvestoren misst (NUPL), nähert sich zudem der Nulllinie. Das könnte Liquidationen fördern, wenn neue Käufer schnell ihre Verluste realisieren.
Hohes Risiko weiterer Rückgänge bei Bitcoin
Glassnode stellt fest, dass das Risiko weiterer Abkühlungen hoch bleibt, solange die institutionelle Nachfrage und das private Interesse nicht wieder ansteigen. Thielen bleibt daher neutral, „es sei denn, Bitcoin erreicht erneut 115.000 Dollar“.
Michael Saylor, Gründer von MicroStrategy, bleibt hingegen optimistisch. Er erwartet, dass Bitcoin im vierten Quartal profitieren kann, sobald der makroökonomische Gegenwind nachlässt.
Zum Zeitpunkt des Schreibens notierte Bitcoin bei 109.602 Dollar, ein Verlust von 6,34 Prozent im Vergleich zur Vorwoche.
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