Bitcoin (BTC) ist bekannt für seine digitale Knappheit, doch Unternehmen machen die Coin noch seltener, indem sie in den letzten sechs Monaten dreimal mehr Bitcoin kauften, als gemined wurde. Man muss kein Wirtschaftsexperte sein, um zu verstehen, dass dies eine positive Entwicklung für den Bitcoin-Kurs ist.
Unternehmen absorbieren BTC-Angebot
In den vergangenen sechs Monaten kauften öffentliche und private Unternehmen zusammen etwa 260.000 Bitcoin, während im gleichen Zeitraum nur etwa 82.000 neue Coins gemined wurden. Dies geht aus aktuellen Daten des On-Chain-Analyseunternehmens Glassnode hervor.
Die Bitcoin-Bestände der Unternehmen stiegen damit von rund 854.000 auf 1,11 Millionen BTC. Zum aktuellen Kurs entspricht das einem Wert von etwa 25 Milliarden Dollar. Im Durchschnitt sind das 43.000 Bitcoin pro Monat. Laut Glassnode unterstreicht dies „die stetige Erweiterung von Bitcoin auf Unternehmensbilanzen“.
Das Kaufvolumen liegt damit deutlich über dem, was das Bitcoin-Netzwerk selbst produzieren kann. Bitcoin-Miner erzeugen im Durchschnitt etwa 450 BTC pro Tag. Mining ist der Prozess, bei dem Transaktionen validiert und neue Bitcoins als Belohnung freigesetzt werden.
Das führt zu einem Ungleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage. Es kommen nur begrenzt neue Bitcoins hinzu, während Unternehmen immer mehr davon haben wollen.
Wenn die Nachfrage schneller wächst als das Angebot, muss der Preis steigen, um das Gleichgewicht wiederherzustellen. Doch in den vergangenen Monaten haben viele bestehende Halter ihre Coins verkauft, was den Kurs unter Druck gesetzt hat.
Der Großteil des unternehmerischen BTC-Vorrats liegt bei einer einzigen Partei. Strategy, das Unternehmen von Michael Saylor, besitzt mittlerweile 687.410 BTC. Das sind etwa 60 Prozent aller Bitcoin, die Unternehmen auf ihren Bilanzen führen. Zum aktuellen Marktpreis entspricht dieser Bestand einem Wert von über 65 Milliarden Dollar.
ETFs als zusätzlicher Treiber
Nicht nur Unternehmen ziehen das Angebot an. Auch die börsennotierten Bitcoin-Fonds aus den USA spielen eine große Rolle. Seit ihrer Einführung Anfang 2024 kaufen diese Fonds mehr als 100 Prozent der neuen Bitcoin-Produktion auf, sagt Bitwise CIO Matt Hougan.
„Wenn die Nachfrage durch ETFs langfristig anhält, wird der Preis exponentiell steigen“, sagte Hougan. Das passiert derzeit noch nicht, doch er betont, dass die Verkäufer „irgendwann ihre Munition aufgebraucht haben werden“.
Im Jahr 2025 flossen fast 22 Milliarden Dollar in US-Spot-Bitcoin-ETFs, wobei BlackRock’s IBIT als großer Gewinner hervorging. Der Beginn von 2026 ist durchwachsener, mit einem Nettozufluss von etwa 500 Millionen Dollar. Doch solange Unternehmen und Fonds weiterhin kaufen, bleibt der Druck auf das Angebot spürbar.
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