EZB-Berater Jürgen Schaaf betont erneut die kritische Haltung der Europäischen Zentralbank gegenüber Bitcoin. Während die USA über die Einrichtung einer strategischen Bitcoin-Reserve diskutiert und die Kryptowährung nach einer Welle von Liquidationen unter 88.000 US-Dollar fällt, hebt EZB-Berater Jürgen Schaaf die extreme Volatilität und den fehlenden realen wirtschaftlichen Nutzen von Bitcoin hervor.
Kein Grund für Bitcoin-Reserven
Laut Schaaf ist die Vorstellung, dass Länder Bitcoin als Reserve halten, ein riskantes Unterfangen. „Staatsspezifische Bitcoin-Reserven sind ein riskantes Konzept“, erklärte er in einem Interview mit Cointelegraph.
Er fügte hinzu, dass es zwar für Regierungen sinnvoll sei, Reserven an Energiequellen wie Öl und Gas zu halten, Bitcoin als Vermögenswert jedoch „keinen wirklichen wirtschaftlichen Bedarf oder relevanten Nutzen“ habe.
Diese Ansicht steht im Einklang mit früheren Äußerungen der EZB-Präsidentin Christine Lagarde, die Anfang Januar argumentierte, dass Bitcoin wahrscheinlich nicht in die Reserven der europäischen Zentralbanken aufgenommen werde.
Risiken von Spekulation und Instabilität
Schaaf warnte, dass die Aufnahme von Bitcoin in die EZB-Reserven nicht zur Stabilität der Eurozone beitragen würde, sondern vielmehr Spekulation und eine Umverteilung von Wohlstand fördern könnte. Er unterschied hierbei zwischen strategischen Rohstoffreserven, die in Krisenzeiten genutzt werden könnten, um Importkosten zu senken, und Bitcoin.
„Das Halten von Bitcoin als Reserve würde die Risiken nur erhöhen“, betonte der EZB-Berater. Auch andere Investitionen, wie das Anlegen in mehrere Kryptowährungen, würden die Volatilität steigern und die Exposition gegenüber spekulativen Vermögenswerten verstärken.
Alternative Ansätze und die amerikanische Diskussion
Die Diskussion über Bitcoin als Reserve kommt zu einem Zeitpunkt, an dem der Kryptomarkt stark in Bewegung ist. Mit einem jüngsten Rückgang von Bitcoin um 7 % und mehr als 1,5 Milliarden US-Dollar an Liquidationen in den letzten 24 Stunden herrscht breite Unsicherheit auf dem Markt.
Während einige Befürworter, wie die US-Senatorin Cynthia Lummis, dafür plädieren, Bitcoin zur Reduzierung der Staatsschulden zu nutzen – eine Schätzung der Vermögensverwaltungsgesellschaft VanEck deutet darauf hin, dass die USA ihre Schulden um 35 % senken könnten, indem sie eine Reserve von 1 Million BTC aufbauen – bleiben Skeptiker weiterhin kritisch gegenüber der Umsetzbarkeit einer solchen Strategie. Sie argumentieren, dass die Akkumulation von Bitcoin durch die Regierung wenig zur Bewältigung der seit Jahrzehnten wachsenden US-Schuld von 35 Billionen US-Dollar beitragen würde.
Die Aussagen von Schaaf unterstreichen die Komplexität und Risiken, die mit der Einbindung von Kryptowährungen in die Geldpolitik der Zentralbanken verbunden sind, und stärken damit die konservative Haltung der EZB gegenüber digitalen Vermögenswerten.
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