Die in den USA börsennotierten Bitcoin-Fonds haben in der vergangenen Woche einen historischen Handelsrekord aufgestellt. Es wurden Umsätze in zweistelliger Milliardenhöhe in Dollar erzielt, was auf dem Papier beeindruckend aussieht. Doch der Effekt geht größtenteils auf institutionelle Kapitulation zurück: Die großen Akteure scheinen ihre Positionen in großem Stil abzubauen.

Mehr als 40 Milliarden Dollar gehandelt

Laut Daten von SoSoValue setzten die elf Bitcoin (BTC) Spot-Exchange-Traded Funds (ETFs) zusammen 40,32 Milliarden Dollar an Volumen um. Mit Abstand am meisten Kapital floss über BlackRocks iShares Bitcoin Trust (IBIT). Das Fondsvehikel kam auf 29,79 Milliarden Dollar – fast 70 Prozent des Gesamtvolumens.

Das ist wenig überraschend, denn IBIT ist mit großem Abstand das größte Bitcoin-Fondsprodukt. BlackRock hat damit zahlreiche Rekorde gebrochen, es gilt sogar als der erfolgreichste ETF-Launch aller Zeiten. BlackRock verwaltet hier rund 778.000 Bitcoin im Wert von 66 Milliarden Dollar.

In der vergangenen Woche ist jedoch ein großer Brocken aus diesem Bestand verschwunden. BlackRock musste insgesamt 1,0857 Milliarden Dollar an Kapitalabflüssen hinnehmen. Es war die schwächste Woche seit dem Start im vergangenen Januar. Am Dienstag wurde zudem der größte Tagesabfluss aller Zeiten in Höhe von 523,2 Millionen Dollar gemessen.

Alle Fonds zusammen verzeichneten in der vergangenen Woche Abflüsse von 1,2168 Milliarden Dollar. Der Donnerstag war der zweitschlechteste Handelstag seit Börsenstart mit einem Minus von 903,2 Millionen Dollar. Den Rekordverlust markiert ein Abfluss von 1,1137 Milliarden Dollar am 25. Februar. Das war zugleich auch die bislang schlechteste Woche mit einem Gesamtrückgang von 2,619 Milliarden Dollar.

ETF-Anleger erstmals im Minus

Obwohl der Bitcoin Kurs am Freitag auf sein tiefstes Niveau seit April fiel und von 80.600 Dollar ausgehend nachgab, wurden an diesem Tag Zuflüsse von 238,4 Millionen Dollar verzeichnet. Es war zugleich der umsatzstärkste Handelstag.

Es wechselten ETF-Anteile im Wert von 11,01 Milliarden Dollar den Besitzer, wovon allein IBIT 8 Milliarden Dollar ausmachte. Damit wurde sogar das Handelsaufkommen der hektischsten Tage rund um die früheren Kursrekorde übertroffen.

Der Bitcoin Kurs steuert auf seinen schwächsten Monat seit Juni 2022 zu. Aktuell steht ein Verlust von mehr als 20 Prozent zu Buche, und am Freitag sah die Lage zeitweise noch deutlich düsterer aus.

Erstmals seit dem 11. April fiel Bitcoin wieder unter die Marke von 82.000 Dollar. Auch IBIT notiert nun auf seinem tiefsten Stand seit April, und wegen des kräftigen Rückgangs liegen erstmals die meisten ETF-Anleger unter Wasser. Nach Angaben von Bianco Research liegt der volumengewichtete durchschnittliche Einstiegskurs über 90.000 Dollar – ein Kursniveau, das damit zu einer wichtigen Marke für eine Rückeroberung wird.

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