Kryptowährungen tragen nach wie vor das Image, dass man damit schnell reich werden kann. Doch wer mit der Absicht einsteigt, schnell Kasse zu machen, wird bald eines Besseren belehrt. In einem Markt, der täglich starke Schwankungen aufweist, sind nicht die Kurse die größte Herausforderung, sondern die eigenen Emotionen.
Die kürzeste Verbindung im Gehirn
Menschen sind von Natur aus emotionale Wesen. Tatsächlich entstehen Emotionen schneller als rationale Gedanken, da sie einfach schneller im Gehirn verarbeitet werden.
Sieht man etwas, das Gefahr oder Belohnung bedeuten könnte, etwa einen plötzlichen Kursrückgang, wird der Impuls zuerst an die Amygdala gesendet. Dieses kleine, ursprüngliche Gehirnteil scannt blitzschnell: Bedrohung oder Anreiz? Diese Reaktion erfolgt nahezu automatisch und erfordert kaum Nachdenken.
Erst danach wird das Signal an den präfrontalen Kortex weitergeleitet, den rationalen Teil des Gehirns. Hier findet die Analyse statt: Was bedeutet das wirklich, was ist der Kontext, wie sollte man reagieren? Dieser Prozess benötigt jedoch mehr Zeit und Energie.
Evolutionär betrachtet war dies sinnvoll. Wenn unsere Vorfahren erst in Ruhe analysiert hätten, ob das Rascheln im Gebüsch vielleicht ein Löwe ist, wären sie zu spät gewesen. Schnell zu reagieren, erhöhte die Überlebenschancen.
Unser Gehirn ist also auf unmittelbare emotionale Reaktionen ausgelegt, was sich auch beim Investieren bemerkbar macht. Besonders im Kryptomarkt, wo die Kursschwankungen oft heftiger sind als beispielsweise an der Börse.
Ein plötzlicher Kursrückgang, wie am Samstag nach den gemeinsamen Angriffen der USA und Israels auf Iran, fühlt sich sofort bedrohlich an. Der Herzschlag beschleunigt sich und Stresshormone werden freigesetzt. Rational weiß man vielleicht, dass Volatilität normal ist, aber das emotionale Gehirn hat bereits Alarm geschlagen.
Emotionalität kann niemand ausschalten. Doch man kann das Umfeld verändern, in dem sie entsteht. Eine längerfristige Perspektive hilft dabei enorm.
Vom Sprint zum Marathon
Wer glaubt, mit Krypto schnell reich werden zu können, konzentriert sich wahrscheinlich auf die täglichen Preisschwankungen und setzt sich ständig Reizen aus. Jedes Mal sieht das Gehirn Gefahr oder Chancen und reagiert sofort.
Doch wenn man sich im Vorfeld entscheidet, erst in drei oder fünf Jahren zu evaluieren, verlieren diese kleinen Bewegungen an Dringlichkeit. Ein Tagesrückgang von 5 Prozent bedeutet dann plötzlich sehr wenig.
Durch das Auszoomen gibt man dem rationalen Gehirn mehr Raum und reduziert das emotionale Rauschen. Zudem muss man nicht mehr rund um die Uhr die Kurse im Auge behalten.
Natürlich lernt man im Laufe der Zeit, seine Emotionen besser zu kontrollieren. Wirklich entscheidend ist jedoch eine Strategie, die verhindert, dass Emotionen die Oberhand gewinnen. Eine langfristige Vision mit einem klaren Plan bietet den stärksten Schutz vor dem täglichen Sturm der Kursschwankungen.
Es ist dabei entscheidend, zu wissen, worin man investiert. Wenn man wirklich an den Wert und die Zukunft von zum Beispiel Bitcoin (BTC) oder Ethereum (ETH) glaubt, kann man Kursschwankungen leichter relativieren. Hat man hingegen nur gekauft, weil der Nachbar begeistert war, bricht schneller Panik aus, wenn der Markt einbricht.
Mehr solcher Einblicke? Folgen Sie mir auf X.
Hacker erbeuten 4.000 Bitcoin über Gutscheine: „kritische Schwachstelle offengelegt“
4.000 Bitcoin sind durch einen Bug verschwunden, der gefälschte Coins entstehen ließ. Mehr als 80 Börsen und Unternehmen stehen nun ohne ihre Deckung da.
Bitcoin-Großanleger verkaufen erstmals seit Monaten wieder
Bitcoin-Wale verkaufen wieder mehr BTC, während der Kurs unter einem wichtigen Widerstand bleibt und die bärische Marktstruktur intakt ist.
Bitcoin-Dips werden wieder gekauft: Warum dieser Kursanstieg anders ist
Der Bitcoin-Kurs verhält sich derzeit deutlich anders als im vergangenen Jahr. Dadurch wird jede Korrektur nun deutlich interessanter.
Meistgelesen
Analyst: XRP könnte die größte verpasste Chance unseres Lebens werden
Nach Einschätzung eines Krypto-Investors könnte XRP zur größten verpassten Chance unseres Lebens werden. Deshalb sind die Erwartungen so hoch.
Kryptoexperte erklärt, warum 1.000 XRP genügen könnten
Ein Finanzexperte geht davon aus, dass XRP nicht lange unter der Marke von 2 Dollar bleiben wird, und verweist auf drei Entwicklungen, die den Kurs stützen könnten.
Nvidia erwartet Robotikmarkt von 50 Billionen Dollar: Fünf Aktien im Blick
Jensen Huang sieht rund um physische KI und humanoide Roboter einen riesigen Markt entstehen. Diese fünf Unternehmen könnten davon profitieren.
