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Der Kryptomarkt entwickelt sich anders, als Anleger es im vergangenen Jahr gewohnt waren. Bitcoin (BTC) und die großen Altcoins notieren wieder auf dem höchsten Stand seit Monaten, während zuvor jede Erholung rasch abverkauft wurde. Im Marktgefüge scheint sich etwas verschoben zu haben – und damit auch die Ausgangslage für Käufer.

Diese Bitcoin-Rally ist anders

Seit Oktober befindet sich Bitcoin in einem Abwärtstrend, häufig als Bärenmarkt bezeichnet; gebrochen ist er bis heute nicht. Obwohl der Kurs in den vergangenen Wochen kräftig gestiegen ist, notiert die größte Kryptowährung weiterhin unter dem früheren Hoch aus dem Mai.

Bitcoin hat in diesem Jahr bereits mehrfach eine ansehnliche Rally erlebt, doch zur aktuellen Aufwärtsbewegung gibt es deutliche Unterschiede.

Der erste Punkt ist die schiere Dynamik. In der Woche ab dem 17. August legte Bitcoin um gut 23 Prozent zu; das war der stärkste Wochengewinn seit Anfang 2023. Auch in Bärenmärkten kommt es bei Bitcoin immer wieder zu kräftigen Erholungen, diese Bewegung lag jedoch klar über dem üblichen Niveau.

Zudem hat Bitcoin mehrere wichtige Marken zurückerobert. Dazu zählt etwa der 200-Tage-Durchschnitt – ein Signal, das in der Vergangenheit meist auf das Ende des Krypto-Winters hindeutete.

Auch die Marktstruktur hat sich sichtbar verändert. Bislang ist Bitcoin kaum zurückgefallen, während frühere Rallys sehr schnell wieder abverkauft wurden. Jedes Mal, wenn Bitcoin aus seiner Handelsspanne ausbrach, erwies sich die Bewegung als Fehlausbruch, dem ein deutlicher Rückgang folgte.

Bitcoin gibt einen Ausbruch diesmal nicht sofort wieder preis.
Bitcoin gibt einen Ausbruch diesmal nicht sofort wieder preis. – Quelle: TradingView/Newsbit

Das zeigt sich auch daran, dass der Weekly Supertrend erstmals seit November wieder auf Grün gedreht hat. Dieser Indikator misst die durchschnittliche Schwankungsbreite des Kurses und leitet daraus eine Linie ab, die dem Markt folgt.

Das letzte Mal, dass der Indikator von Rot auf Grün wechselte, war Anfang 2023 – zu Beginn einer neuen Bullrun, die drei Jahre andauerte.

Hinzu kommt, dass zwischen Juni und August zahlreiche Bodensignale ausgelöst wurden. Mehr als die Hälfte aller Bitcoins lag im Minus, Investoren kapitulierten, der Verkaufsdruck ließ nach und die Handelsaktivität kam nahezu zum Erliegen.

Eine Korrektur rückt näher – und könnte ein gutes Zeichen sein

Vieles deutet darauf hin, dass Käufer wieder mehr Kontrolle über den Markt gewonnen haben. Das bedeutet allerdings nicht, dass keine Korrektur mehr bevorsteht. Sollte sich Bitcoin nun tatsächlich in einer ähnlichen Lage befinden wie Anfang 2023, könnte jeder Rücksetzer ein attraktiver Einstiegszeitpunkt sein.

Gestern scheiterte Bitcoin bereits die zweite Woche in Folge daran, oberhalb des 50-Wochen-Durchschnitts zu schließen. Anfang 2023 gelang das zunächst ebenfalls nicht; anschließend fiel der Kurs auf den 200-Tage-Durchschnitt zurück. Danach wurden Dip-Käufer reichlich belohnt: Innerhalb einer Woche stieg Bitcoin um mehr als 40 Prozent.

Der Bitcoin-Kurs, der 50-Wochen-Durchschnitt (die blaue Linie) und der 200-Tage-Durchschnitt (die rote Linie).
Der Bitcoin-Kurs, der 50-Wochen-Durchschnitt (die blaue Linie) und der 200-Tage-Durchschnitt (die rote Linie). – Quelle: TradingView

Falls dies tatsächlich der Beginn eines mehrjährigen Bullenmarkts ist, wären gerade Korrekturen die Phasen zum Einstieg. Anleger erhalten dann mehr Bitcoins für ihre Euro, während sich der Kurs sehr schnell erholen kann. Das gilt dann auch für andere Kryptowährungen wie Ethereum (ETH) und Ripple (XRP).

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