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Der US-Markt für Krypto-ETFs erlebt eine unruhige Phase. Während aus großen Fonds seit Tagen in Folge Geld abfließt, verweisen Analysten auf einen markanten Wendepunkt, der ihrer Ansicht nach entscheidend werden könnte.
Die Frage ist, ob Anleger, die derzeit im Minus sind, den Markt weiter unter Druck setzen – oder ob es sich lediglich um eine vorübergehende Delle in einem übergeordneten Trend handelt.
Daten des Analysehauses Glassnode zeigen, dass der durchschnittliche Einstiegspreis US-amerikanischer Bitcoin (BTC) ETFs bei rund 89.600 Dollar liegt. Der Bitcoin-Kurs fiel heute kurzzeitig unter diese Marke. Glassnode-Analyst Sean Rose sagte gegenüber Bloomberg, dass damit der durchschnittliche ETF-Anleger erstmals seit dem Start im Minus liegt.
Nach Ansicht von Vincent Liu von Kronos Research gibt es bislang keine Anzeichen von Panik. Er sieht die meisten Halter von Bitcoin-ETFs als langfristig orientierte Anleger. „Selbst bei durchschnittlichen Kosten oberhalb des Spotpreises sehen wir nur wenige schnelle Aussteiger.“ Er warnt jedoch, dass die aktuelle Risk-off-Stimmung am Markt eine Rolle spielen könne. Bei geringerer Liquidität – also weniger Käufern und Verkäufern – können Verluste schneller in zusätzlichen Verkaufsdruck umschlagen.
Gestern verzeichneten US-Spot-Bitcoin-ETFs erneut kräftige Abflüsse in Höhe von insgesamt 254,6 Millionen Dollar. Vor allem BlackRocks iShares Bitcoin Trust sah mit 145,6 Millionen Dollar viel Kapital abfließen. Auch Fonds von Fidelity, ARK 21Shares und Bitwise gaben Millionen ab. Es war der vierte Tag in Folge, an dem unter dem Strich Geld aus Bitcoin-ETFs abfloss – mit einem Gesamtminus von fast 1,9 Milliarden Dollar. Am vergangenen Donnerstag war es der zweitschlechteste Tag seit dem Start, mit Abflüssen von 866,7 Millionen Dollar.
Auch Spot-Ethereum (ETH) ETFs verzeichneten gestern starke Abflüsse in Höhe von insgesamt 182,7 Millionen Dollar. Der iShares Ethereum Trust von BlackRock lag mit einem Minus von 193 Millionen Dollar am Ende des Feldes.
Liu zufolge kommt die Wende erst, wenn die Inflation weiter sinkt und sich der Arbeitsmarkt etwas abkühlt, ohne in eine ernsthafte Krise zu geraten. Zudem müsse die US-Notenbank klar zeigen, dass sie bereit ist, die Geldpolitik zu lockern. Erst dann könne die Volatilität nachlassen und Kapital unter anderem in Krypto-ETFs zurückfließen.
Auffällig ist, dass Solana-ETFs hingegen weiter Geld anziehen. Gestern flossen erneut 7,3 Millionen Dollar in den Bitwise Solana Staking ETF und 0,9 Millionen Dollar in den Grayscale-Fonds. Seit ihrem Start Ende Oktober verzeichnen die beiden Solana-ETFs zusammen bereits rund 390 Millionen Dollar Nettozuflüsse. Gestern legte auch VanEck ein Solana-Fonds auf, und morgen sind Fidelity und Canary Capital an der Reihe, wie du bereits heute lesen konntest.
In den kommenden Wochen wird sich zeigen, ob der aktuelle Wendepunkt bei Bitcoin-ETFs nur eine vorübergehende Schwäche ist oder der Beginn einer grundlegenden Stimmungswende.
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