Bitcoin zeigte sich am Wochenende bemerkenswert ruhig nach einer turbulenten Woche am Kryptomarkt. Dennoch bleibt die Stimmung unter Händlern gedämpft. Immer mehr Analysten rechnen mit einem weiteren Rücksetzer in Richtung 95.000 Dollar, obwohl technische Signale eher auf eine mögliche Erholung hindeuten.
Bitcoin-Kurs wirkt stabil, doch die Unsicherheit bleibt
Am Samstag pendelte der Bitcoin-Kurs um 107.000 Dollar. Das wirkt stabil, doch es folgt auf eine Woche, in der die Digitalwährung über 7 Prozent verlor. Die Volatilität hat abgenommen, die Unsicherheit jedoch nicht.
Nach Daten von Cointelegraph Markets Pro und TradingView ist kaum Kaufinteresse auszumachen, während makroökonomische Faktoren weiter Druck auf den Markt ausüben. Einige Händler erwarten daher, dass der Preis noch weiter fällt, bevor sich ein Boden bildet.
Kann Bitcoin auf 91.000 Dollar fallen?
Ein bekannter Analyst auf X, Crypto Tony, schrieb, dass „alles gut zusammenpasst für eine weitere Abwärtswelle“. Er hält einen Rücksetzer auf 95.000 Dollar für möglich, inklusive eines kurzen Tests der Zone um 91.000 Dollar. Bemerkenswert: Er bezeichnet dieses Szenario selbst als „bullish“, weil es seiner Ansicht nach Raum für eine starke Erholung danach schaffen würde.
Ein anderer Analyst, Daan Crypto Trades, rechnet vorerst mit anhaltender Ruhe. Er wies darauf hin, dass Bitcoin am Freitag vor dem Schluss des Terminmarkts der CME Group etwas Boden gutmachte. Daher sei es wahrscheinlich, dass der Kurs am Wochenende um das aktuelle Niveau pendelt. Die nächste wichtige Unterstützung verortet er bei rund 105.000 Dollar.
Marktsentiment bleibt angespannt
Das breitere Marktsentiment bleibt jedoch angespannt. Der Angstindex für Krypto fiel am Freitag auf 22 von 100 und rutschte damit offiziell in die Zone der „extremen Angst“. Das ist der niedrigste Wert seit April, als Bitcoin noch um 75.000 Dollar gehandelt wurde.
Es gibt jedoch auch hoffnungsvolle Signale. Der sogenannte RSI-Indikator (Relative Strength Index), der das Momentum von Kursbewegungen misst, liegt auf dem niedrigsten Stand seit dem Frühjahr.
Auf dem Vier-Stunden-Chart zeichnet sich eine sogenannte „bullish divergence“ ab: Während der Preis neue Tiefs markiert, bildet der RSI höhere Tiefpunkte. Das kann auf nachlassenden Verkaufsdruck und die Chance auf eine Erholung hindeuten.
Ist der Markt zu pessimistisch geworden?
Manche Analysten werten das als Zeichen, dass der Markt womöglich zu pessimistisch geworden ist. Sollten sich die Aktienmärkte in der kommenden Woche erholen, könnte das Bitcoin wieder Auftrieb geben. Der S&P 500 schloss am Freitag nämlich 1,8 Prozent höher, begünstigt durch Meldungen, wonach Präsident Donald Trump nicht damit rechnet, dass die neuen Importzölle auf China lange Bestand haben. Auch Gold gab leicht von seinem Rekordhoch nach – ein Hinweis darauf, dass Kapital in andere Assets umgeschichtet wird.
Vorläufig bleibt die Marke von 100.000 Dollar jedoch psychologisch wichtig. Viele Händler sehen sie als Trennlinie zwischen Hoffnung und Panik. Ein klarer Durchbruch nach unten könnte eine neue Welle von Liquidationen auslösen, während eine Erholung über 110.000 Dollar neue Käufer anziehen dürfte.
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